Von 2003 - 2006
Im Jahr 2003/04 treten die Tigers, erneut unter Kevin Gaudet, wieder mit dem Ziel Playoffs an. Im Tor steht ein neuer Mann, Mika Pietilä aus Finnland. Pietilä beendet die Saison als statistisch zweitbester Torhüter der Liga, bleibt aber bei den Fans stets umstritten und verliert in der Schlussphase der Saison das Vertrauen von Trainer Gaudet. Die Tigers landen überraschend aber völlig verdient nach der Hauptrunde auf dem dritten Rang und erobern das Heimrecht für die Playoffs. Gegner ist erneut der SC Bietigheim-Bissingen und kurz vor dem Spiel zaubert Tigerstrainer Gaudet mit dem Förderlizenzspieler Christian Rhode ein neuen Torwart aus dem Hut. Straubing kann also mit sechs ausländischen Feldspielern agieren und führt bis wenige Sekunden vor Schluss der Partie. Als 6! Sekunden vor dem Ende die Tigers mehr auf die Uhr als auf den Gegner achten zieht der Bietigheimer Verteidiger Elfring an der Mittellinie ab – und trifft. Die Tigers erholen sich nicht mehr von diesem Schock und verlieren das Spiel im Penaltyschießen. Die Tigers kommen nicht mehr in die Serie zurück und wieder erleidet man gegen die Schwaben einen Sweep.
Die meisten Punkte erzielten in diesem Jahr Norman Batherson (32/40/72), Niklas Hede (22/42/64) und Bill Trew (22/29/51).

Die Saison 2004/05 bietet den Tigersfans zahlreiche Höhepunkte, aber auch einige weniger schöne Erinnerungen. Bereits in der Vorbereitung erleidet Kapitän Andy Lupzig einen Kreuzbandriss und fällt langfristig aus. Als Ersatz verpflichten die Tigers Stefan Mann und machen damit einen Glücksgriff, Mann als durchaus kantiger Charakter bekannt, zeigt sich in Straubing von seiner besten Seite und wird unglaublich wertvoll für das Team. Trainer Kevin Gaudet führt die Tigers an die Spitze der Liga und verabschiedet sich überraschend kurz nach der Länderspielpause im November nach Hannover zu den Scorpions in die DEL. Günther Preuß springt für paar Spiele ein und die fieberhafte Suche nach einem Nachfolger beginnt. Gefunden wird er in Danny Naud, der einige Wochen zuvor in Bietigheim gehen musste. Naud übernimmt eine intakte, charakterstarke Truppe und trotz der Minikrise beenden die Tigers die Saison als Tabellenführer.
Im Viertelfinale geht es (schon wieder) gegen den SC Bietigheim-Bissingen und diesmal haben nach einem harten Kampf am Ende die Tigers die Nase vorn (Serie 4:2). Im Halbfinale steht der Vergleich mit dem REV Bremerhaven an und hier kommt es zu einem Spiel für die Geschichtsbücher. In der dritten Begegnung, die Serie stand 1:1, lagen die Tigers 17 Sekunden vor dem Spielende 2:3 zurück und schafften doch noch den Ausgleich! In der Verlängerung zog man den Fischtown Pinguins dann den Zahn und im vierten Spiel wurde das Finale klargemacht.
Im Finale traf man auf die Füchse Duisburg, und da Füchse bekanntlich schlau sind hatten die Duisburger reichlich von der Förderlizenzregelung gebrauch gemacht. Teilweise liefen sie dann sogar mit aktuellen deutschen Nationalspielern im Finale auf. Es entstanden drei sehr knappe Spiele am Ende hatten die Füchse Duisburg aber immer die schlaue Nase vorn. Die Serie endete mit 0:3 und trotzdem hatten die Straubing Tigers den größten Erfolg der Straubinger Eishockeygeschichte erreicht.
Die Stützen der Mannschaft waren in der Vizemeistersaison die Topscorer Trevor Gallant (30/57/87), Niklas Hede (27/50/77) und Norman Batherson (39/37/76), sowie Torhüter Mike Bales, der als bester Goalie der Liga ausgezeichnet wurde. Nicht unerwähnt darf freilich Andreas Lupzig bleiben. Lupzig hatte sich nach dem Kreuzbandriss vom Saisonbeginn zurückgekämpft, stieg kurz vor dem Schluss der Hauptrunde ins Spielgeschehen ein und spielte überragende Playoffs.

Was sollte die Saison 2005/06 für die Straubing Tigers bringen? Konnte man den Erfolg des Vorjahres noch toppen? Angetreten mit der Aussage des Vorsitzenden Jürgen Pfundtner, man wolle nicht wieder ein Finale verlieren, stand das Team um Torhüter Mike Bales von Beginn an unter Druck. Dieser steigerte sich noch mehr als Trainer Peter Draisaitl mit dem Vorhaben „schönes Eishockey“ spielen zu lassen antrat, diese Vorgabe aber in der Vorbereitung nicht umgesetzt werden konnte. Die Draisaitl-Taktik aus einer gesicherten Defensive zu spielen sah oft nicht schön aus und das Verhältnis zwischen Trainer und Fans stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Man wurschtelte sich durch, war dann aber plötzlich wieder Tabellenführer, nur um dann bedingt auch durch Verletzungen und Sperren in ein Leistungsloch zu fallen. Als dann auch noch Topscorer Niklas Hede, inzwischen Besitzer eines deutschen Passes, eine Ausstiegsklausel zog und nach Hamburg in die DEL abwanderte, war die Krise vollkommen. Bei einer Serie von Niederlagen über die Weihnachtszeit wackelte Peter Draisaitl schon bedenklich, konnte sich aber vorerst noch halten. Die entgültige Trennung folgte dann Anfang Februar, größtenteils auf Druck der Fans. Ein Nachfolger fand sich schnell in Trainerfuchs und Motivator Olle Öst. Doch auch Öst konnte keine Wunder wirken und so landeten die Tigers am Ende der Hauptrunde nur auf Rang Fünf. Das Minimalziel Playoffheimrecht hatte man damit verpasst und man musste ausgerechnet gegen den Lokalrivalen Eisbären Regensburg antreten. Schnell zogen die Tigers mit 3:0 in der Serie davon, der vierte Sieg gelang dann allerdings erst in Spiel Nummer 6. Im Halbfinale traf man auf den Sechsten ERC Schwenningen und hatte überraschend Heimrecht. Die Wild Wings wurden in beiden Heimspielen klar besiegt und die Serie endete schließlich mit 3:1 für die Tigers.
Im Finale warteten bereits die Fischtown Pinguins Bremerhaven, die bis dahin mit nur einer Niederlage gegen Wolfsburg durch die Playoffs marschiert waren. Nach vier spannenden Spielen stand es 2:2 und nur noch wenig Hoffnung machte man sich auf Seiten der Tigers vor dem entscheidenden fünften Spiel. Mit Cleverness, etwas Glück und ganz viel Mike Bales konnte man aber in Bremerhaven ein 2:1 erringen und war damit Meister!
Der größte Erfolg der Clubgeschichte berechtigte die Straubing Tigers zum Aufstieg in die DEL und wurde von Fans und Mannschaft entsprechend gefeiert. 2500 Fans empfingen die Mannschaft bei ihrer Rückkehr aus dem Norden!
Die besten Scorer der Aufstiegssaison hießen Trevor Gallant (26/57/83), Bill Trew (23/39/62) und Verteidiger Calvin Elfring (24/23/47)
Trauriger Höhepunkt der Saison war die erneute Verletzung von Kapitän Andy Lupzig in der Vorbereitung, die ihn zwang seine Kariere zu beenden. So konnte Andy Lupzig am größten Triumph der Straubing Tigers leider nicht teilhaben.

Nachdem die sportlichen Vorraussetzungen geschaffen waren, mussten auf dem Weg in die DEL noch einige Klippen umschifft werden. Das Stadion am Pulverturm musste fit gemacht werden für das 9000-Punkte-Programm der DEL und eine Videoausrüstung musste finanziert werden. Ein Konzept für das Stadion war schnell erstellt und wurde von der DEL auch akzeptiert, einzig die Stadt Straubing als Besitzer des Eisstadions sprang nicht auf den DEL-Zug auf, sondern zockelte nur hinterher. Zu wenig finanzielle Hilfe von Seiten der Kommune für den Umbau des Stadions hätten beinahe alle DEL-Träume der Gesellschafter zerstört. In einem Kraftakt wurden diese Hürden dann aber doch noch genommen und die erste DEL-Saison für die Straubing Tigers steht ins Haus.


Entstanden ist dieser Rückblick zu einem Großteil aus Statistiken, mit Hilfe von Augenzeugen, Recherchen im Internet oder aus meiner persönlichen Erinnerung. Sollten sich inhaltliche Fehler eingeschlichen haben, gehen diese einzig und allein auf meine Kappe und ich bitte dafür um Entschuldigung. Die letzten Jahre dieser Chronologie sind etwas umfangreicher beschrieben als die Anfänge des EHC Straubing. Man möge mir auch dieses verzeihen, aber an die Ereignisse der letzten Jahre kann man sich logischerweise besser erinnern als an eine Saison vor 10 Jahren.
Mike Geiger

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