Die Anfänge…
Die Geschichte des Eishockeysports in Straubing begann schon Anfang der 40er Jahre, als einige Jugendliche auf einem Eisweiher in der Nähe des Pulverturms eishockeyähnliche Spiele austrugen. Nachdem Krieg gründete dann der TSV 1861 Straubing eine eigene Eishockeyabteilung, deren Abteilungsleiter Max Pielmaier war. In der Saison 1947/48 bestritt der Verein seine ersten Punktspiele beim EV München (1:0) und vor über 2.000 Zuschauern gegen den SV Donaustauf (2:0). Mit 3:0 Toren und 4:0 Punkten stieg der TSV in die Landesliga auf.
Die damalige Mannschaft hatte folgendes Gesicht:
Tor: Hans Ebenburger; Verteidigung: Harry Poiger, Fritz Brandl; Sturm: Emmerich Antoni, Max Pielmaier, Werner Jansen, Max Pellkofer, Günther Scheuring, Dof Hidas und Schoula. Erster Torschützenkönig wurde Emmerich Antoni mit zwei Treffern. Im darauffolgenden Jahr mußte man jedochgleich wieder in die Kreisklasse absteigen. Dieses Auf und Ab hielt an bis in die späten 60er Jahre. Im Jahre 1967 wurde dann auf Betreiben von Initiator Georg Heindl mit einem Kostenaufwand von 350.000 DM ein Kunsteisstadion errichtet. In der Saison 1968/69 belegte der TSV in der Kunsteis-Bayernliga den zweiten Platz. Den ersten spektakulären Neuzugang konnte der Verein im Sommer 1969 verbuchen: Mit Zdenek Haber kam ein mehrfacher tschechischer Nationalspieler von Skoda Pilsen nach Straubing und übernahm das Amt des Spielertrainers. Haber führte den TSV in die Regionalliga, bekam aber 1970 keine Arbeitserlaubnis mehr für Deutschland und mußte in die damalige CSSR zurückkehren. Sein Nachfolger wurde Jiri Wabnegger, der ebenfalls von Skoda Pilsen kam. Und Jiri Wabnegger sollte noch einen wahren Eishockey-Boom in der Gäubodenstadt auslösen. Neben Wabnegger verpflichtete der TSV damals Bohumil Kratochvil (Hof) und die beiden Landshuter Rupert Kreitmeier und Manfred Weigl. Nachdem man sich als Regionalliga-Neuling eigentlich nur den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt hatte, landete man am Ende der Vorrunde überraschend auf Platz eins und spielte in der Aufstiegsrunde zur Oberliga gegen die Düsseldorfer EG 1 b, den Hamburger SV, den VERC Lauterbach, den EHC Stuttgart und den EV Regensburg. Besonders gegen Düsseldorf (3:2) drohte das Stadion am Pulverturm mit über 3000 Zuschauern aus allen Nähten zu platzen.
Der TSV wurde in dieser Aufstiegsrunde schließlich zweiter hinter Düsseldorf und stieg in die bundesweite Oberliga (damals die zweithöchste Liga in Deutschland) auf. In den folgenden beiden Jahren avancierte der TSV Straubing zum Favoritenschreck der Oberliga. Für die älteren TSV-Fans werden die Spiele gegen Mannheim (7:5) Nürnberg (6:3), Köln (3:2), Rosenheim(5:5), Deilinghofen (3:3), und Berlin (2:3) wohl unvergessen bleiben. Am Ende der Saison 1971/72 belegte der TSV den 11. Platz und sicherte sich damit den Klassenerhalt.
Die Saison 1972/73 sollte eine der schwersten in der TSV-Geschichte werden, da in der darauf folgenden Spielzeit die II. Bundesliga mit nur zehn Vereinen eingeführt wurde. Der TSV konnte zwar einen guten 10. Platz belegen, scheiterte aber an der Qualifikation zur II. Bundesliga um einen Platz, da neben neun Oberligisten auch noch der Abstieg er aus der I. Bundesliga in der neuen II.Bundesliga
spielte.
So konnte das Ziel für die Oberliga-Saison 1973/74 natürlich nur Aufstieg in diese II. Bundesliga heißen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden mit dem Schweden Bo Carlquist und dem Finnen Esa Ranne erstmals zwei Skandinavier verpflichtet. Außerdem kamen Goalie Karel Dadek, Max Lang (Regensburg) und Wolfgang Dylla (Landshut).


Der Aufstieg ...
Obwohl sich Esa Ranne als Totalausfall entpuppte und nach nur fünf Spielen wieder nach Hause geschickt wurde, konnte man sich als Zweiter hinter Peiting für die Aufstiegsrunde zur II. Bundesliga qualifizieren. Dort erreichte der TSV nach Spielen gegen Peiting (1:6 und 3:6), Hannover (7:0 und 5:6), sowie Frankfurt (7:2 und 6:2) nur den dritten Platz, der nicht zum Aufstieg reichte. In der zweiten Oberliga-Saison 1974/75 sollte der Aufstieg mit aller Macht verwirklicht werden. Neben den kanadischen Legionären Terry Robitaille und Lei Hartvikson stießen Bernd Setzer (aus Selb) und die Eigengewächse Günter und Peter Lupzig zum TSV-Kader. Vor allem der schußgewaltige Hartvikson und der schlitzohrige Robitaille lehrten die Oberliga-Torhüter das Fürchten. Trotzdem belegte der TSV hinter dem EHC München wieder„nur" den 2. Platz. In der Aufstiegsrunde wurden dann zwei Gruppen mit den jeweils vier Besten aus den Oberligen Nord und Süd gebildet. Der TSV Straubing erreichte in seiner Gruppe nach Spielen gegen Herne (2:9 und 12:2), Essen (6:6 und 8:6), sowie Freiburg (4:2 und 7:2) mit 9:3 Punkten den 1. Platz. In den Spielen um den Aufstieg traf der TSV auf einen alten Rivalen, den EV Regensburg. 5.000 Zuschauer erlebten einen 4:2- Sieg des TSV und auch das Rückspiel in Regensburg gewannen die Gäubodenstädter vor 6.500 Fans mit 4:3. Die Kanadier Terry Robitaille und Lei Hartvikson erzielten im entscheidenden Spiel je zwei Treffer und schossen den TSV Straubing damit zur Deutschen Oberligameisterschaft und gleichzeitig in die zweite Bundesliga.

Paul „Hammer"
Nach dem Aufstieg in die II. Bundesliga hatte der TSV viele Abgänge zu verbuchen. So wurde Goalgetter Terry Robitaille nicht mehr verpflichtet und für ihn sein Bruder Henry vom EC Peiting geholt. Peter Poschadel, Gerhard Steiner, Ulli Voll und Fridolin Resch wechselten zum Deggendorfer SC, Max Lang kehrte zum EV Regensburg zurück und Rupert Kreitmeier beendete seine aktive Laufbahn. Als Neuzugänge waren neben Henry Robitaille, Gerhard Schmid
(vom VER Selb), und die beiden Landshuter Wolfgang Kletterund Günter Wutzer zu vermelden. Aus dem eigenen Nachwuchs stießen Rolf Holzapfel, Hans Werner und Goalie Reinhard Müller zum Kader der ersten Mannschaft.
Der TSV, mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison gestartet, verpatzte den Auftakt mit 0:8 Punkten gehörig. Als man nach 20 Spielen mit nur neun Pluspunkten da stand, warf Trainer Rudi Wagner das Handtuch und für ihn wurde Jiri Hanzl vom SC Riessersee geholt. Aber auch er konnte das Blatt nicht mehr wenden und der TSV belegte mit nur sechs Siegen in 36 Spielen den letzten Tabellenplatz. Die II. Bundesliga konnte nur deshalb erhalten werden, weil diese von zehn auf zwölf Vereine aufgestockt wurde. Nach der Saison 1975/76 wurde im Straubinger Eisstadion mit umfangreichen Baumaßnahmen begonnen, die am 11. September 1976 mit der Überdachung des Stadions (Kostenpunkt 2,4 Millionen DM) vorerst abgeschlossen wurden. Mit einem neuen Dach über dem Kopf und mit einem neuen Mannschaftsgerüst startete der TSV mit großen Hoffnungen in die Saison 1976/77.
Die Brüder Robitaille (Terry kam während der abgelaufenen Saison plötzlich als dritter Ausländer zurück), Hartvikson, Wutzer und Kletter bekamen keine neuen Verträge mehr. Als neue Ausländer wurden Paul Dixon (aus Toronto) und der gebürtige Tschechoslowake Jaromir Vosatko (aus Holland) geholt. Außerdem stießen Walter Glaser(vom EV Landshut), Eugen Pirot und Jan Dycka (beide vom EC Hannover) zum TSV-Kader.
Jiri Hanzl formte aus diesen Spielern und einigen hoffnungsvollen Talenten (Peter Gruber und Franz Hämmerle) eine schlagkräftige Truppe, die trotz eines mißlungenem Start mit 0:10 Punkten, nicht aufgab und am Ende mit 19:25 Zählern einen guten 7. Platz belegte, der leider nicht ganz zu den Aufstiegsspielen zur 1. Bundesliga reichte. In der Abstiegsrunde konnte man sich aber ohne Probleme wieder für die II. Bundesliga qualifizieren.
In der Saison 1977/78 sollte nun aber die Aufstiegsrunde erreicht werden. Der Mannschaftskader blieb im Wesentlichen zusammen, nur Miro Vosatko und Gerhard Schmid hatten den TSV verlassen. Dafür kamen drei neue Stürmer: Paul Dixon brachte seinen Freund Bill Horton aus Kanada mit, außerdem kamen der Ex-Nationalspieler Michael Mauer(vom EHC München) und Klaus Huber (vom Duisburger SC).
Vordem ersten Bully wurde die Westkurve der Eishalle weiträumig ausgebaut und das Fassungsvermögen damit auf 7.000 erweitert. Der Start in die Saison verlief mit Siegen gegen Bad Tölz (4:2), sowie in München (5:3) geradezu optimal. Doch bald darauf ließen 0:10 Punkte in Folge den TSV bis auf Platz 8 Abrutschen. Die Truppe von Jiri Hanzl gab sich jedoch noch lange nicht auf und kam mittollem Kampfgeist noch bis auf einen Punkt an Rang sechs heran, der für die Aufstiegsrunde zur I. Bundesliga gereicht hätte. So mußte man wieder den bitteren Weg in die Abstiegsrunde antreten, wo aber der Klassenerhalt in souverän er Manier gesichert werden konnte.
Die Garanten für diesen Erfolg waren Goalie Hans Hutterer, der überragende Verteidiger Paul Dixon, der oft bis zu 50 Minuten auf dem Eis stand, sowie Jiri Wabnegger, der das Publikum immer wieder mit seinen Kabinettstückchen begeisterte und wichtige Tore erzielte.

„Jirco hört auf“
Viele neue Gesichter gab es in der Saison 1978/79 beim TSV zu sehen. Die wichtigste Neu-Verpflichtung war mit Sicherheit die von Bob Laycock, die als ein wahrer Glücksgriff bezeichnet werden konnte. Mit dem Kanadier kamen Verteidiger Craig Stewart und der Deutsch-Kanadier Win Winofsky über den großen Teich. Dazu gesellte sich noch ein Dreier-Paket vom EV Landshut: Michael Eibl, Christian Vogl und Wolfgang Dylla. Nicht mehr dabei waren die Verteidiger-Legende Paul Dixon, Gerhard Seiberl, Michael Mauer, Klaus Huber, Bill Horton, Bernd Setzer und das Straubinger Eishockey-Denkmal „ Jirco" Wabnegger, der seine Karriere mit 38 Jahren beendete. Neben den sechs Neuzugängen kamen mit Goalie Peter Zankl. Alfons Winklmeier, Uwe Klug und Wolfgang Gruber, der in der Vorsaison schon einige Einsätze in der ..Ersten" hatte, zum Kader. Und auch an der Bande des TSV gab es ein neues Gesicht: Trainer Rudi Hejtmanek vom EV Landshut löste Jiri Hanzl ab. In der eingleisigen II. Bundesliga wurde in dieser Saison erstmals eine Doppelrunde gespielt, an deren Ende der TSV Straubing nach 40 Spielen einen hervorragenden vierten Platz (45:35 Punkte), hinter den Aufsteigern SC Duisburg und ERC Freiburg, sowie dem EHC München belegte. Bester Scorer des TSV war mit 62 Punkten (41 Tore, 21 Assists) kein anderer als der neue Publikumsliebling Bob Laycock. Die Stadiontore passierten in dieser Saison 43.000 Fans in 20 Pflichtheimspielen, was eine Schnitt von 2150 bedeutete. Die sportlichen Highlights dieser Saison waren wohl die Kantersiege gegen die beiden späteren Aufsteiger Duisburg (6:1) und Freiburg (7:1) innerhalb von nur sechs Tagen.

„TSV Laycock“
Die Saison 1979/80 sollte in Straubing eine neue Eishockey-Euphorie auslösen. Grund dafür war, daß Publikumsliebling Bob Laycock seinen „kleinen" Bruder Robin mit in die Gäubodenstadt brachte. Die Laycocks verstanden sich auf dem Eis nahezu blind und entwickelten sich zu einer wahren Torefabrik, die die gesamte Liga in Angst und Schrecken versetzte. Neben Robin Laycock stießen noch der Deutsch-Kanadier Willi Gutsche, Peter Bachl(vom EV Landshut) sowie die beiden Eigengewächse Ingo Widmann und Andreas Hering zum TSV-Team. Verlassen hatten den Verein u.a. Craig Stewart und Win Winofsky. Das Stadion am Pulverturm entwickelte sich in dieser Saison zu einer fast uneinnehmbaren Festung und die Spitzenteams der II. Bundesliga wurden reihenweise mit Niederlagen nach Hause geschickt.
Der TSV belegte nach der Hälfte der Doppel runde mit 29:15 Punkten einen hervorragenden 2. Platz, der zum Direktaufstieg in die I. Bundesliga berechtigt hätte. Aber zu Beginn der Rückrunde hatte die Mannschaft ein kleines Formtief, so daß am Ende der Saison wieder der vierte Platz mit 53:35 Punkten aus 44 Spielen zu Buche stand. Die Aufsteiger in die l. Bundesliga waren Kaufbeuren und München. Das Highlight dieser Saison war das Lokalderby TSV Straubing - Deggendorfer SC am 12. Oktober 1979 vor der Rekordkulisse von 6500 Zuschauern. Der TSV besiegte den bis dahin verlustpunktfreien Rivalen in einem hochdramatischen Spiel nach drei Laycock-Toren mit 3:1 (1:1,2:0,0:0).
Die beiden Laycock-Brothers waren die alles überragenden Scorer beim TSV, die zusammen 158 der 241 TSV-Tore erzielten. Top-Scorer Robin brachte es dabei auf 142 Punkte (89 Tore/53 Assists). Bob stand seinem Bruder nicht viel nach und erreichte 139 Punkte (69/70). Die Konkurrenz nannte den TSV nach dieser Saison nur noch „TSV Laycock"...
„ Bob und Robin Laycock bleiben beim TSV Straubing."Groß war das Aufatmen vieler Fans nach dieser Nachricht im Straubinger Tagblatt vom 26. März 1980. Die beiden sympathischen Kanadier widerstanden den Angeboten einiger Bundesligaclubs und blieben wegen der „familiären Atmosphäre" in der Gäubodenstadt Vladimir Cechura löste Rudi Hejtmanek an der Bande ab und zum Kader der Mannschaft stießen die Verteidiger Werner Hännl (EV Regensburg) und Stefan Reiter (EC Bad Tölz), sowie das Nachwuchstalent Achim Sipmeier. Nicht mehr zum Team gehörten Michael Eibl, Eugen Pirot, Rolf Holzapfel und Hans Czieslik. Doch trotz der Weiterverpflichtung der Laycocks stellte sich anfangs nicht der erwartete Erfolg ein und der TSV fand sich nach Beendigung der Vorrunde auf einem enttäuschenden 7. Platz wieder. Die TSV-Vorstandschaft reagierte und entließ im Dezember den erfolglosen Vladimir Cechura. Als neuer Trainer wurde kein anderer präsentiert als das frühere Verteidigeridol Paul Dixon.
Und Dixon kam, sah und siegte... Unter seiner Regie startete der TSV mit einer Serie von 21:3 Punkten in die Rückrunde und katapultierte sich damit bis auf Platz drei vor. U. a. gewann man damals ohne Robin Laycock mit 4:3 beim bis dahin zuhause verlustpunktfreien ERC Freiburg. Am Ende der Saison war der TSV zum dritten mal hintereinander Vierter der II. Bundesliga mit diesmal 52:36 Punkten und 247:206 Toren.
Fast überflüssig zu erwähnen, daß die besten Scorer wieder die Laycocks waren Bob erzielte 63 Tore und machte 75 Assists, Robin schoß 82 Tore (er war damit auch Torschützenkönig der II. Bundesliga und hatte 55 Beihilfen. Leider verließen die Laycocks nach dieser letzten TSV-Saison die Gäubodenstadt in Richtung Landshut, wo sie 1983 mit der EVL Deutscher Meister wurden und zu den Top-Tender Bundesligascorer gehörten.


Bob, Robin und Jim
Ein wohl einmaliges Erlebnis hatten die Straubinger Eishockeyfans am 29. Dezember 1979: Der TSV spielte mit drei Laycocks ein Freundschaftsspiel gegen den VER Selb.
Der dritte Laycock war aber nicht Rick, der kleine Bruder von Bob und Robin, sondern ihr damals 45jähriger Vater Jim, der mit seiner Frau zu dieser Zeit in Straubing Urlaub machte. Die TSV-Vorstandschaft holte kurzfristig alle Genehmigungen für dieses einmalige Gastspiel ein und Jim Laycock gab sofort seine Zusage. Was die Howes können, können die Layocks schon lange," meinte der Vater der Straubinger Goalgetter in Anspielung darauf, daß der legendäre Gordie Howe in der MHL mit seinen Söhnen Mark und Gordie junior beiden Hartford Whalers in einer Mannschaft spielte. Auch der Gegner, der Oberligist VER Selb hatte einige interessante Spieler in seinen Reihen. So liefen beispielsweise die drei Ex-Straubinger Paul Dixon, Bernd Setzer und Bill Horton bei den Selbern auf. Und ein Manfred Ahne sollte später noch als Nationalspieler auf sich aufmerksam machen.
So war es kaum verwunderlich, daß zu diesem Freundschaftsspiel über2.000 Fans den
Weg ins Stadion am Pulverturm fanden. Ein ehrgeiziger Jim Laycock bewies an der Seite seiner beiden Söhne, daß er (fast) noch nichts verlernt hatte. Ein Torerfolg blieb ihm aber leider versagt. Die Tore der Laycock-Reihe zum 8:2-Sieg des TSV steuerten Robin (3) und Bob (2) bei. Die restlichen Straubinger Treffer erzielten Willi Gutsche, Günter Lupzig und Christian Vogl.

Meister geschlagen
Ein sensationeller 8:6-Erfolg gelang dem TSV Straubing am 22. Dezember 1980 im Stadion am Pulverturm gegen den Bundesligisten SC Riessersee, der am Ende der Saison 1980/81 Deutscher Meister werden sollte.
Die Garmischer traten zwar ohne ihre Nationalspieler an, hatten aber den noch Stars wie Goalie Vladimir Dzurilla, Konstanzer, Berndaner, Schaaf, Gibson und die Grzesiczek-Brüder in ihren Reihen. Der TSV mußte auf Spielmacher Bob Laycock verzichten, der verletzt war und die Mannschaft nach der Ablösung von Trainer Cechura an der Bande coachte.
Anfangs der Partie zeigten die Straubinger viel Respekt vor dem Erstbundesligisten, der dies auch ausnutzte und nach zehn Minuten nach Toren von Grasegger und Heinrich bereits mit 0:2 führte. Danach aber legte der TSV einen Gang zu und kam zu seinen ersten guten Chancen, u.a. scheiterte Robin Laycock nach einem Solo am glänzend reagierenden Dzurilla. In der 15. Minute war es aber soweit: Peter Lupzig schoß den Anschlußtreffer zum 1:2. Kurz vor Ende des ersten Drittels hatte Verteidiger Kratochvil sogar den Ausgleich auf dem Schläger, aber Vladimir Dzurilla machte diese Chance zunichte. Im zweiten Spielabschnitt erwischten wiederum die Garmischer den besseren Start und gingen durch Schaaf in der 25. Minute mit 1:3 in Führung. Aber der TSV steckte nicht auf und Peter Bachl gelang nur drei Minuten später mit einem Schuß durch die Beine von Dzurilla der erneute Anschlußtreffer. Mitte des zweiten Drittels war dann der SC Riessersee die dominierende Mannschaft und kam folgerichtig auch zu zwei weiteren Treffern durch Benz und Neuner. In der 36. Minute gelang Werner Hännl der dritte TSV-Treffer und im Anschluß daran hatte Goalgetter Robin Laycock noch zwei gute Torchancen, er scheiterte aber an Vladimir Dzurilla. In der letzten Spielminute des zweiten Drittels nutzte Gibson einen schweren Schnitzer der Straubinger Hintermannschaft zum 3:6.
Zu Beginn des Schlußabschnittes leisteten sich die Garmischer einen wahrscheinlich spielentscheidenden Luxus: Sie wechselten Torhüter Dzurilla aus und brachten dafür das Nachwuchstalent Rainer Guck. Nun sollte die Zeit des TSV und vor allem von Robin Laycock kommen. Die Gäubodenstädter steigerten sich in eine glänzende Spiellaune hinein und erarbeiteten sich Chance um Chance. In der 44. Minute war es dann soweit: Werner Hännl war mit seinem zweiten Tor zum 4:6 erfolgreich. Sechs Minuten später erzielte Robin Laycock nach Zuspiel von Walter Glaser den Anschlußtreffer. Die Schlußphase hatte es dann in sich. Achim Sipmeier scheiterte mit seinem Schlagschuß noch am Pfosten des Gästegehäuses, aber in der 58. Minute war Robin Laycock zum 6:6-Ausgleichstreffer erfolgreich. Noch in der gleichen Spielminute schoß Willi Gutsche den TSV zum ersten Mal in dieser Begegnung in Führung und die gut 1500 Zuschauer waren schier aus dem Häuschen. In der letzten Spielminute versetzte Robin Laycock mit seinem dritten Tor den Garmischern den endgültigen Todesstoß in dieser spannenden Partie.

TSV Straubing: Hutterer- Reiter, Schmitz, Kratochvil, Bachl, Sipmeier, Widmann, Klug, Robin Laycock, Glaser, Gutsche, Vogl, Günter Lupzig, Peter Lupzig, Hännl, Hering.
SC Riessersee: Dzurilla, ab41. Min. Guck - Konstanzer, Schaaf, Berndaner, E. Grzesiczek, Heinrich, Lehle, Gibson, Neuner, Benz, Herzog, Seeberger, R. Grzesiczek, Grassberger.

Torfolge: 0:1 (3.) Grasegger, 0:2 (9.) Heinrich, 1:2 (15.) P. Lupzig (Vogl, Gutsche), 1:3 (25.) Schaaf, 2:3 (28.) Bachl (Kratochvil), 2:4 (29.) Benz, 2:5 (35.) Neuner, 3:5 (36.) Hännl (Kratochvil), 3:6(40.) Gibson, 4:6 (44.) Hännl (Hering), 5:6 (50.) R. Laycock (Glaser), 6:6(58.) R. Laycock(Gutsche, Reiter), 7:6 (58.) Gutsche (Vogl), 8:6 (60.) R. Laycock.


Der Krimi
Hätte Alfred Hitchcock die Regie geschrieben, dieses Spiel hätte nicht spannender sein können: Am 14. Februar 1981 schlug der TSV den Tabellenführer und späteren Aufsteiger in die I. Bundesliga, den ERC Freiburg, vor gut 2.500 begeisterten Zuschauern mit 8:7. Die Gäste, die mit Stars wie dem finnischen Nationalgoalie Ylönen, Bruce Lessard oder Murray Heatley antraten, wollten sich in Straubing unbedingt für ihre einzige Heimniederlage dieser Saison gegen den TSV (3:4) revanchieren. Sie kontrollierten anfangs auch die Partie und gingen schon in der vierten Spielminute durch Martin Müller nach Zuspiel von Murray Heatley mit 0:1 in Führung. Doch der TSV ließ sich von diesem Treffer nicht aus dem Konzept bringen. Nur 13 Sekunden später erzielte Bob Laycock nach Paß seines Bruders Robin den Ausgleich. Von diesem Zeitpunkt an waren die Dixon-Schützlinge am Drücker. In der elften Minute spielte Bob Laycock seinen Bruder Robin herrlich frei, und der ließ Freiburgs Goalie Ylönen beim 2:1 keine Chance. Nun waren die Gäubodenstädter kaum noch zu bremsen, sie schnürten den Tabellenführer förmlich in seinem Drittel ein. In der 18. Minute schlugen die Laycocks zum dritten Mal zu, Torschütze war wieder Bob auf Zuspiel von Robin. Sekunden vor Drittelende erzielte Peter Lupzig das bis dahin hochverdiente 4:1. Das zweite Drittel begann, wie das erste endete, der TSV war am Drücker. Robin Laycock scheiterte noch am glänzend reagierenden Ylönen, aber in der 25. Minute war es soweit: Willi Gutsche erzielte mit einem unhaltbaren Schlenzer das 5:1 . Ab Mitte des Spieles aber wurden die Freiburger immer stärker. Durch zwei Tore von Martin Müller in der 33. und 36. Minute kamen sie auf 5:3 heran. Doch nur zwei Minuten später schlug der TSV zurück. Peter Lupzig erzielte auf Zuspiel von Youngster Winklmaier seinen zweiten Treffer. In der 39. Minute kamen die Freiburger durch Heatley, der einen Schlagschuß unhaltbar abfälschte noch zum 6:4. Den besseren Start ins letzte Drittel hatte aber wiederum die Dixon-Truppe. Die in der42. Minute durch Robin Laycock mit 7:4 in Führung gehen konnte. Wer aber glaubte, die Breisgauer würden sich jetzt geschlagen geben, sah sich schwer getäuscht. In der 46. Minute erzielte Martin Müller das 7:5 und in der49. Minute gelang Kapitän Lessard sogar der Anschlußtreffer. Die Gäste drängten nun mit aller Macht auf den Ausgleich, doch der starke Torhüter Peter Zankl konnte seinen Kasten in dieser Phase sauber halten. In der57. Minute unterlief dem Straubinger Goalie aber ein schwerer Fehler, er konnte einen Schuß der Gäste nicht festhalten und der überragende Martin Müller „bedankte" sich mit seinem fünften Tor zum 7:7-Ausgleich. Als alles schon mit einem Sieg der immer stärker werdenden Freiburger rechnete, schlug TSV-Goalgetter Robin Laycock zu: In der letzten Spielminute zog er, von zwei Gästespielern bedrängt, mit dem Rücken zum Freiburger Tor stehend ab und der Puck zappelte 14 Sekunden vor der Schlußsirene im Netz des konsternierten Ylönen: 8:7! Es spielten sich unglaubliche Jubelszenen im Straubinger Eisstadion ab und die „Laycock, Laycock"-Rufe wollten auch eine halbe Stunde nach Spielschluß noch nicht verhallen...

TSV Straubing: Zankl-Vogl, Reiter, Bachl, Kratochvil - Robin Laycock, Bob Laycock, Glaser, Hännl, Gruber, Günter Lupzig, Winklmaier, Gutsche, Peter Lupzig.
ERC Freiburg: Ylönen - Harbich, Prokop, Lessard, Duszenko- M. Müller, Guggemoos, Heatley,T. Müller, Zurek, Grünen, Niesporek, Kouba, Willmann.

Torfolge: 0:1 (4.)M. Müller (Heatley), 1:1 (4.) B. Laycock(R. Laycock), 2:1 (11.) R. Laycock(B. Laycock), 3:1 (18.) B. Laycock (R. Laycock), 4:1 (20.) P. Lupzig (Gutsche), 5:1 (25.) Gutsche (Kratochvil, Bachl), 5:2 (33.) M. Müller (Heatley), 5:3 (36.) M. Müller (Heatley), 6:3 (38.) P. Lupzig (Winklmaier), 6:4(39.) Heatley (Prokop), 7:4(42.) R.Laycock(Glaser, B. Laycock), 7:5(46.) M. Müller (Prokop), 7:6 (49.) Lessard (M. Müller), 7:7 (57.) M. Müller, 8:7 (60.) R. Laycock.

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