Vor dem heutigen Match in Ingolstadt trifft Ratushny
bei den Reihen auch „harte Entscheidungen“
(wel) Der Stammtorhüter verletzt –
doch bei den Straubing Tigers bemüht man sich um Business
als usual. „Wir haben ganz normal weitertrainiert
und nichts besonderes gemacht“, sagt Backup-Torhüter
Jan Guryca.
„Wir wollen uns jetzt nicht verrückt machen lassen,
in dem wir jetzt irgendetwas besonderes machen. Wir machen
als Torhüter mit Bernie Englbrecht das gleiche Programm
wie vorher auch.“
Und so ist im Lager der Tigers vor dem heutigen Gastspiel
beim Tabellenzweiten Ingolstadt (Spielbeginn 19.30 Uhr)
das Torhüter-Thema bei den Tigers offiziell auch nicht
im Vordergrund. „Natürlich ist Barry ein sehr
wichtiger Spieler für uns. Aber wir sind sicher, dass
das Jan Guryca und Max Englbrecht sehr gut kompensieren
werden“, so Verteidiger Alexander Dotzler. Und auch
Trainer Dan Ratushny hält sich nicht lange damit auf:
„Es ist Teil des Spiels, dass es auch mal Verletzungen
gibt. Jan hat bei seinen letzten Einsätzen sehr gut
gespielt, einige tolle Saves gemacht. Das Positive ist,
dass Barry eine ähnliche Verletzung im anderen Knie
erst vor kurzem hatte, er weiß also, was jetzt zu
tun ist und wie er sich zu verhalten hat.“
Ondruscka und Germyn dabei
So blickt Ratushny auch lieber nach vorne auf das Wochenende
und kann da immerhin auf alle Feldspieler zurückgreifen.
Auch die zuletzt angeschlagenen Florian Ondruschka und Carsen
Germyn können in Ingolstadt auflaufen, so dass die
Tigers auf zehn Kontingentspieler im Feld bauen können
und Max Forster und Benedikt Brückner als überzählige
Feldspieler bei Oberligist Regensburg auflaufen müssen.
„Das ist eine harte Entscheidung“, sagt Ratushny,
„denn gerade Benedikt hat zuletzt gut gespielt, der
vierte Block musste zum Beispiel gegen Berlin häufig
gegen die Top-Reihen der Berliner ran und er hat seine Sache
wirklich gut gemacht.“
Doch Entscheidungen müssen getroffen werden und Ratushny
scheut sich davor nicht. So wird auch Dustin Whitecotton
im vierten Block zwischen Bernhard Keil und Markus Hundhammer
auflaufen, Jean-Michel Daoust rückt wieder zwischen
Daniel Sparre und Sandro Schönberger, Carsen Germyn
nach seiner Verletzung wieder in den Ramsay-Meunier-Block.
„Dustin braucht nach seiner langen Pause etwas Zeit,
bis er wieder richtig in Schwung kommt“, erklärt
Ratushny. „Außerdem haben wir dadurch jetzt
vier sehr ausgeglichene Reihen“, so der Coach. „Ich
denke, da spricht niemand mehr von einer vierten Reihe.“
Auf jeden Fall will man im Lager der Tigers mit einem positiven
Erlebnis in die kurze, zehntägige Pause gehen. „Wir
wollen mindestens ein Spiel gewinnen am Wochenende“,
sagt Ratushny.
„Freue mich, im Tor zu stehen“
„Ich freue mich darauf, jetzt im Tor zu stehen“,
ist auch Jan Guryca positiv gestimmt. „Natürlich
tut es mir sehr leid für Brusty, aber ich will jetzt
meine Chance nutzen.“ Eine besondere Drucksituation
sieht Guryca jedenfalls nicht: „Das blendet man total
aus, dass die Nummer eins jetzt verletzt ist und man sich
selbst eigentlich keine Verletzung jetzt erlauben kann.
Ich würde mich ja sonst verrückt machen. Ich schaue
einfach von Spiel zu Spiel und versuche mein bestes zu geben.“
Und dass Guryca über Nervenstärke und die nötige
Portion Glück verfügt, zeigte er am Mittwoch schon
einmal: Beim Tigers-internen Pokerturnier gemeinsam mit
den Fans landete er als bester Spieler auf einem ausgezeichneten
fünften Platz. Ein ähnlich glückliches Händchen
wünschen ihm die Fans auch am Wochenende in Ingolstadt
und gegen Hannover.
Alexander Dotzler verlängert bis 2014
(wel) Die Tigers haben mit einem weiteren deutschen Spieler
den bestehenden Kontrakt verlängert: Verteidiger
Alexander Dotzler erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag
bis 2014. Der 27-Jährige, der aus Regensburg stammt,
kam vor dieser Saison von den Hamburg Freezers zu den
Niederbayern und hatte sich zunächst über zwei
Probeverträge den Vertrag bis zum Saisonende hart
erarbeitet. Bislang bestritt Dotzler alle 40 Partien für
die Tigers. „Dotzler ist ein richtiges Arbeitstier“,
lobt der Sportliche Leiter Jason Dunham. „Er war
von Anfang an in der Mannschaft integriert und hat sich
mit seiner Zuverlässigkeit, seinem Fleiß, seiner
Zweikampfstärke und seiner steten Bereitschaft wirklich
alles zu geben, diesen Vertrag auch redlich verdient.
Wir sind sehr froh darüber, dass Alex die nächsten
zwei Jahre weiter für die Tigers spielt.“ Unsere
Zeitung sprach mit dem Verteidiger, der über 400
Spiele in der 2. Bundesliga absolvierte, hat und in der
DEL bislang 148 Partien für Wolfsburg, Hamburg und
Straubing bestritten hat.
Alexander, es war ja eine besondere Situation
für Sie in dieser Spielzeit. Erst zwei Probeverträge
und nun der Vertrag für zwei weitere Jahre...
Alexander Dotzler:„Es
war für mich am Anfang nicht ganz so einfach. Ich
habe versucht, mich durch gute Leistungen zu empfehlen
und dass ich jetzt zwei Jahre hier bleiben kann, freut
mich natürlich sehr.“
Bei Ihrer letzten Station Hamburg haben Sie
häufig Stürmer gespielt, jetzt in Straubing
dürfen Sie zumeist in Ihrer angestammten Position
als Verteidiger ran. Ist Ihnen das deutlich lieber?
Dotzler:„Verteidiger ist die Position auf der ich
groß geworden bin und meine angestammte Rolle, deshalb
ist mir das schon lieber.“
Ist das letzte Wochenende vor der Pause jetzt
besonders wichtig, um mit einer positiven Grundstimmung
in die Pause gehen zu können?
Dotzler:„Natürlich wollen wir am Wochenende
gewinnen. Aber wir sind sehr gut damit gefahren, dass
wir uns von Spiel zu Spiel fokussieren. Das bleibt auch
jetzt wieder unser Ziel.“
Gegen Ingolstadt geht es nun heute wieder
gegen ein Top-Team. Gegen die Top-Sechs-Teams der Liga
hat man in dieser Saison bisher auswärts noch keinen
Punkt geholt. Eher Zufall oder sehen Sie dafür bestimmte
Gründe?
Dotzler:„Die Top-Teams der Liga sind alle sehr stark,
aber wir waren schon mehrfach sehr nah dran, erst letzte
Woche in Mannheim. Wir haben gezeigt, dass wir uns auch
vor diesen Teams nicht verstecken müssen. Am Ende
war es bisher vielleicht so, dass die individuelle Klasse
dieser Mannschaften noch ein bisschen höher ist und
das am Ende den Ausschlag gegeben hat. Aber wir wollen
schauen, dass wir in Ingolstadt mindestens einen oder
zwei Punkte holen können.“
Das Wochenende bietet ja ein Kontrastprogramm:
Erst der Tabellenzweite auswärts, dann der Tabellenletzte
Hannover zu Hause…
Dotzler:„Ingolstadt ist eine der stärksten
Mannschaften der Liga, das haben sie in dieser Saison
schon bewiesen und gegen Hannover haben wir ja im letzten
Heimspiel nicht so gut ausgesehen.“
Was wird also am Wochenende der Schlüssel
sein?
Dotzler:„Zum einen unsere mannschaftliche Geschlossenheit,
die uns bisher über weite Strecken so stark gemacht
hat. Und dann müssen wir gerade in Ingolstadt unnötige
Strafen vermeiden.“
Hahn und Greilinger die besten Scorer der DEL
– Angespannte Personalsituation
(mir) Ein klassischer Fall von „Mit denen haben
wir noch eine Rechnung offen“ liegt heute Abend
vor, wenn die Straubing Tigers in der Saturn-Arena beim
ERC Ingolstadt zu Gast sind. Am Pulverturm klappte es
ganz gut für die Niederbayern. Man gewann beide Partien.
Bei den Panthern unterlag das Team von Dan Ratushny allerdings
in einem denkwürdigen Derby mit drei Spieldauerstrafen
auf Seiten der Tigers mit 4:7.
Die aktuelle Lage
Die Panther sind derzeit in Topform, stehen aktuell auf
Rang zwei der Tabelle. Nach einer 2:3-Niederlage im Penaltyschießen
in München, sicherten sie sich am Sonntag einen 3:2-Sieg
daheim gegen Hamburg. Es war der nunmehr neunte Heimerfolg
in Serie. Aufgrund der guten Leistungen und Tabellensituation
wurde der Vertrag von Chefcoach Rich Chernomaz bereits
verlängert. „Wir haben jetzt schon eine starke
Mannschaft und werden sie in der nächsten Saison
noch verbessern“, prophezeit der Trainer.
Die Top-Spieler
Überragend agierte im bisherigen Saisonverlauf die
Ingolstädter Offensive, allen voran der Ex-Straubinger
Derek Hahn. Mit 45 Punkten (17 Tore und 28 Vorlagen) ist
der Kanadier DEL-Topscorer. Nur knapp dahinter liegt sein
Teamkollege und ebenfalls ehemalige Tigers-Spieler Thomas
Greilinger (16 Treffer und 23 Assists) sowie Jared Ross
(15 Tore und 22 Vorlagen). Ihr Trainer will jedoch keinen
aus dem Team besonders hervorheben und lobt das Kollektiv:
„Die Mannschaft hat einen tollen Charakter. Die
Jungs kämpfen jedes Mal und erzwingen sich den Sieg
regelrecht.“
Die Verletzungssorgen
„Wenn wir jede Woche bei so einer angespannten Personalsituation
vier Punkte holen, dann braucht sich bei uns wirklich
keiner mehr beschweren“, findet Torhüter Markus
Janka, ein weiterer Ex-Straubinger im ERC-Kader. Denn
mit Jakub Ficenec, Chris Heid und Prestin Ryan fehlten
zuletzt gleich drei Verteidiger. „Wir müssen
hinten schon härter arbeiten, weil wir durch die
Verletzungen in der Defensive keine Alternativen mehr
haben. An dieser Stelle muss ich unsere Stürmer Stephan
Retzer und Jeremy Reich loben. Sie kompensieren unsere
Ausfälle großartig und helfen uns ungemein“,
freut sich Jeff Likens und hofft, dass die Abwehr auch
im Heimspiel gegen Straubing wieder so gut steht wie zuletzt.
Das Aufgebot
ERC Ingolstadt: Gordon (Janka) –
Hambly, Likens, Periard, Pettersson, Retzer, Reich –
Hahn, Greilinger, Ross, Girard, Gawlik, Motzko, Sparre,
Fical, Bouck, Aquino;
Ausfälle: V Jakub Ficenec (Schambeinentzündung
– fällt für unbestimmte Zeit aus); V Chris
Heid (Gehirnerschütterung – Einsatz fraglich);
V Prestin Ryan (Knieverletzung – fällt noch
eine Woche aus); S Michael Waginger (Knieverletzung –
fällt noch eine Woche aus);
Schiedsrichter: Jablukov.