» Straubinger Tagblatt vom 03.02.2012
Tigers-Fans wünschen Backup ein ebenso glückliches Händchen wie beim Pokern
Guryca ist heiß: „Natürlich tut es mir sehr leid für Brusty, aber ich will meine Chance nutzen“

Vor dem heutigen Match in Ingolstadt trifft Ratushny bei den Reihen auch „harte Entscheidungen“
(wel) Der Stammtorhüter verletzt – doch bei den Straubing Tigers bemüht man sich um Business als usual. „Wir haben ganz normal weitertrainiert und nichts besonderes gemacht“, sagt Backup-Torhüter Jan Guryca.
„Wir wollen uns jetzt nicht verrückt machen lassen, in dem wir jetzt irgendetwas besonderes machen. Wir machen als Torhüter mit Bernie Englbrecht das gleiche Programm wie vorher auch.“
Und so ist im Lager der Tigers vor dem heutigen Gastspiel beim Tabellenzweiten Ingolstadt (Spielbeginn 19.30 Uhr) das Torhüter-Thema bei den Tigers offiziell auch nicht im Vordergrund. „Natürlich ist Barry ein sehr wichtiger Spieler für uns. Aber wir sind sicher, dass das Jan Guryca und Max Englbrecht sehr gut kompensieren werden“, so Verteidiger Alexander Dotzler. Und auch Trainer Dan Ratushny hält sich nicht lange damit auf: „Es ist Teil des Spiels, dass es auch mal Verletzungen gibt. Jan hat bei seinen letzten Einsätzen sehr gut gespielt, einige tolle Saves gemacht. Das Positive ist, dass Barry eine ähnliche Verletzung im anderen Knie erst vor kurzem hatte, er weiß also, was jetzt zu tun ist und wie er sich zu verhalten hat.“
Ondruscka und Germyn dabei
So blickt Ratushny auch lieber nach vorne auf das Wochenende und kann da immerhin auf alle Feldspieler zurückgreifen. Auch die zuletzt angeschlagenen Florian Ondruschka und Carsen Germyn können in Ingolstadt auflaufen, so dass die Tigers auf zehn Kontingentspieler im Feld bauen können und Max Forster und Benedikt Brückner als überzählige Feldspieler bei Oberligist Regensburg auflaufen müssen. „Das ist eine harte Entscheidung“, sagt Ratushny, „denn gerade Benedikt hat zuletzt gut gespielt, der vierte Block musste zum Beispiel gegen Berlin häufig gegen die Top-Reihen der Berliner ran und er hat seine Sache wirklich gut gemacht.“
Doch Entscheidungen müssen getroffen werden und Ratushny scheut sich davor nicht. So wird auch Dustin Whitecotton im vierten Block zwischen Bernhard Keil und Markus Hundhammer auflaufen, Jean-Michel Daoust rückt wieder zwischen Daniel Sparre und Sandro Schönberger, Carsen Germyn nach seiner Verletzung wieder in den Ramsay-Meunier-Block. „Dustin braucht nach seiner langen Pause etwas Zeit, bis er wieder richtig in Schwung kommt“, erklärt Ratushny. „Außerdem haben wir dadurch jetzt vier sehr ausgeglichene Reihen“, so der Coach. „Ich denke, da spricht niemand mehr von einer vierten Reihe.“ Auf jeden Fall will man im Lager der Tigers mit einem positiven Erlebnis in die kurze, zehntägige Pause gehen. „Wir wollen mindestens ein Spiel gewinnen am Wochenende“, sagt Ratushny.
„Freue mich, im Tor zu stehen“
„Ich freue mich darauf, jetzt im Tor zu stehen“, ist auch Jan Guryca positiv gestimmt. „Natürlich tut es mir sehr leid für Brusty, aber ich will jetzt meine Chance nutzen.“ Eine besondere Drucksituation sieht Guryca jedenfalls nicht: „Das blendet man total aus, dass die Nummer eins jetzt verletzt ist und man sich selbst eigentlich keine Verletzung jetzt erlauben kann. Ich würde mich ja sonst verrückt machen. Ich schaue einfach von Spiel zu Spiel und versuche mein bestes zu geben.“
Und dass Guryca über Nervenstärke und die nötige Portion Glück verfügt, zeigte er am Mittwoch schon einmal: Beim Tigers-internen Pokerturnier gemeinsam mit den Fans landete er als bester Spieler auf einem ausgezeichneten fünften Platz. Ein ähnlich glückliches Händchen wünschen ihm die Fans auch am Wochenende in Ingolstadt und gegen Hannover.


„Wir sind gut damit gefahren, uns von Spiel zu Spiel zu fokussieren“
Alexander Dotzler verlängert bis 2014
(wel) Die Tigers haben mit einem weiteren deutschen Spieler den bestehenden Kontrakt verlängert: Verteidiger Alexander Dotzler erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2014. Der 27-Jährige, der aus Regensburg stammt, kam vor dieser Saison von den Hamburg Freezers zu den Niederbayern und hatte sich zunächst über zwei Probeverträge den Vertrag bis zum Saisonende hart erarbeitet. Bislang bestritt Dotzler alle 40 Partien für die Tigers. „Dotzler ist ein richtiges Arbeitstier“, lobt der Sportliche Leiter Jason Dunham. „Er war von Anfang an in der Mannschaft integriert und hat sich mit seiner Zuverlässigkeit, seinem Fleiß, seiner Zweikampfstärke und seiner steten Bereitschaft wirklich alles zu geben, diesen Vertrag auch redlich verdient. Wir sind sehr froh darüber, dass Alex die nächsten zwei Jahre weiter für die Tigers spielt.“ Unsere Zeitung sprach mit dem Verteidiger, der über 400 Spiele in der 2. Bundesliga absolvierte, hat und in der DEL bislang 148 Partien für Wolfsburg, Hamburg und Straubing bestritten hat.
Alexander, es war ja eine besondere Situation für Sie in dieser Spielzeit. Erst zwei Probeverträge und nun der Vertrag für zwei weitere Jahre...
Alexander Dotzler:„Es war für mich am Anfang nicht ganz so einfach. Ich habe versucht, mich durch gute Leistungen zu empfehlen und dass ich jetzt zwei Jahre hier bleiben kann, freut mich natürlich sehr.“
Bei Ihrer letzten Station Hamburg haben Sie häufig Stürmer gespielt, jetzt in Straubing dürfen Sie zumeist in Ihrer angestammten Position als Verteidiger ran. Ist Ihnen das deutlich lieber?
Dotzler:„Verteidiger ist die Position auf der ich groß geworden bin und meine angestammte Rolle, deshalb ist mir das schon lieber.“
Ist das letzte Wochenende vor der Pause jetzt besonders wichtig, um mit einer positiven Grundstimmung in die Pause gehen zu können?
Dotzler:„Natürlich wollen wir am Wochenende gewinnen. Aber wir sind sehr gut damit gefahren, dass wir uns von Spiel zu Spiel fokussieren. Das bleibt auch jetzt wieder unser Ziel.“
Gegen Ingolstadt geht es nun heute wieder gegen ein Top-Team. Gegen die Top-Sechs-Teams der Liga hat man in dieser Saison bisher auswärts noch keinen Punkt geholt. Eher Zufall oder sehen Sie dafür bestimmte Gründe?
Dotzler:„Die Top-Teams der Liga sind alle sehr stark, aber wir waren schon mehrfach sehr nah dran, erst letzte Woche in Mannheim. Wir haben gezeigt, dass wir uns auch vor diesen Teams nicht verstecken müssen. Am Ende war es bisher vielleicht so, dass die individuelle Klasse dieser Mannschaften noch ein bisschen höher ist und das am Ende den Ausschlag gegeben hat. Aber wir wollen schauen, dass wir in Ingolstadt mindestens einen oder zwei Punkte holen können.“
Das Wochenende bietet ja ein Kontrastprogramm: Erst der Tabellenzweite auswärts, dann der Tabellenletzte Hannover zu Hause…
Dotzler:„Ingolstadt ist eine der stärksten Mannschaften der Liga, das haben sie in dieser Saison schon bewiesen und gegen Hannover haben wir ja im letzten Heimspiel nicht so gut ausgesehen.“
Was wird also am Wochenende der Schlüssel sein?
Dotzler:„Zum einen unsere mannschaftliche Geschlossenheit, die uns bisher über weite Strecken so stark gemacht hat. Und dann müssen wir gerade in Ingolstadt unnötige Strafen vermeiden.“


Die Ingolstädter Panther sind in Topform
Hahn und Greilinger die besten Scorer der DEL – Angespannte Personalsituation
(mir) Ein klassischer Fall von „Mit denen haben wir noch eine Rechnung offen“ liegt heute Abend vor, wenn die Straubing Tigers in der Saturn-Arena beim ERC Ingolstadt zu Gast sind. Am Pulverturm klappte es ganz gut für die Niederbayern. Man gewann beide Partien. Bei den Panthern unterlag das Team von Dan Ratushny allerdings in einem denkwürdigen Derby mit drei Spieldauerstrafen auf Seiten der Tigers mit 4:7.
Die aktuelle Lage
Die Panther sind derzeit in Topform, stehen aktuell auf Rang zwei der Tabelle. Nach einer 2:3-Niederlage im Penaltyschießen in München, sicherten sie sich am Sonntag einen 3:2-Sieg daheim gegen Hamburg. Es war der nunmehr neunte Heimerfolg in Serie. Aufgrund der guten Leistungen und Tabellensituation wurde der Vertrag von Chefcoach Rich Chernomaz bereits verlängert. „Wir haben jetzt schon eine starke Mannschaft und werden sie in der nächsten Saison noch verbessern“, prophezeit der Trainer.
Die Top-Spieler
Überragend agierte im bisherigen Saisonverlauf die Ingolstädter Offensive, allen voran der Ex-Straubinger Derek Hahn. Mit 45 Punkten (17 Tore und 28 Vorlagen) ist der Kanadier DEL-Topscorer. Nur knapp dahinter liegt sein Teamkollege und ebenfalls ehemalige Tigers-Spieler Thomas Greilinger (16 Treffer und 23 Assists) sowie Jared Ross (15 Tore und 22 Vorlagen). Ihr Trainer will jedoch keinen aus dem Team besonders hervorheben und lobt das Kollektiv: „Die Mannschaft hat einen tollen Charakter. Die Jungs kämpfen jedes Mal und erzwingen sich den Sieg regelrecht.“
Die Verletzungssorgen
„Wenn wir jede Woche bei so einer angespannten Personalsituation vier Punkte holen, dann braucht sich bei uns wirklich keiner mehr beschweren“, findet Torhüter Markus Janka, ein weiterer Ex-Straubinger im ERC-Kader. Denn mit Jakub Ficenec, Chris Heid und Prestin Ryan fehlten zuletzt gleich drei Verteidiger. „Wir müssen hinten schon härter arbeiten, weil wir durch die Verletzungen in der Defensive keine Alternativen mehr haben. An dieser Stelle muss ich unsere Stürmer Stephan Retzer und Jeremy Reich loben. Sie kompensieren unsere Ausfälle großartig und helfen uns ungemein“, freut sich Jeff Likens und hofft, dass die Abwehr auch im Heimspiel gegen Straubing wieder so gut steht wie zuletzt.
Das Aufgebot
ERC Ingolstadt: Gordon (Janka) – Hambly, Likens, Periard, Pettersson, Retzer, Reich – Hahn, Greilinger, Ross, Girard, Gawlik, Motzko, Sparre, Fical, Bouck, Aquino;
Ausfälle: V Jakub Ficenec (Schambeinentzündung – fällt für unbestimmte Zeit aus); V Chris Heid (Gehirnerschütterung – Einsatz fraglich); V Prestin Ryan (Knieverletzung – fällt noch eine Woche aus); S Michael Waginger (Knieverletzung – fällt noch eine Woche aus);
Schiedsrichter: Jablukov.

 
 
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