» Straubinger Tagblatt vom 31.01.2012
„Ich freue mich, dass es geklappt hat“
Verantwortliche ziehen Option: Stürmer Daniel Sparre bleibt auch in der Saison 2012/13 ein Tiger
Das Heimspiel am Sonntag gegen die Eisbären Berlin ging für Straubing nach einer aufopferungsvollen Leistung verloren und die knapp 5800 Fans verließen ebenso wie die Spieler mit hängendem Kopf das Stadion am Pulverturm.
Die Bekanntgabe der Vertragsverlängerung von Stürmer Daniel Sparre im Anschluss an die Partie sollte die Stimmung der meisten dann aber wieder ein Stück gehoben haben. Nach je einer Saison in Iserlohn und Köln war er im Sommer an die Donau gewechselt. Nun zogen die Verantwortlichen die vereinsseitige Option für eine weitere Spielzeit. Unsere Zeitung hat sich mit dem gebürtigen Kanadier unterhalten, der einen deutschen Pass besitzt und aktuell bester deutscher Scorer im Team ist.
Daniel, Sie sind auch in der kommenden Saison ein Tiger und bleiben damit in der Nähe Ihres Bruders Kris, der beim ERC Ingolstadt spielt und seinen Vertrag ebenfalls bereits verlängert hat...
Daniel Sparre:„Ich freue mich, dass es geklappt hat und der Verein mich auch in der kommenden Saison haben will. Dass mein Bruder in der Nähe spielt, macht alles natürlich noch besser. Gerade für unsere Familie und Freunde ist es gut, dass wir nicht weit voneinander entfernt sind, wenn sie uns zum Beispiel wie an Weihnachten besuchen kommen. Wir treffen uns etwa einmal pro Monat. Das ist immer sehr schön, weil sich auch unsere Frauen sehr gut verstehen.“
Abgesehen von Ihrer Vertragsverlängerung gab es am Wochenende hinsichtlich Punkte wenig Grund zur Freude. Die beiden Spitzenspiele gegen Mannheim und Berlin hatten es in sich und die Tigers konnten trotz zweier guter Leistungen am Ende nur einen Punkt mitnehmen.
Sparre:„Im Grunde freut man sich immer, wenn man auswärts Punkte holt. Daher wäre es jetzt leicht zu sagen, dass wir froh sind über den einen Punkt in Mannheim, weil wir am Wochenende gegen die zwei besten Teams der Liga gespielt haben. Aber so einfach ist es nicht. Wir hatten im Vorfeld große Hoffnungen in dieses Wochenende gesetzt, und unsere Leistung war beide Male gut genug für insgesamt sechs Punkte. Letztlich sind wir also sehr enttäuscht.“
Für Sie persönlich lief es dagegen gar nicht so schlecht. Seit Ihrem letzten Treffer am 23. Dezember vergingen zehn torlose Spiele, ehe Sie gegen Berlin das zwischenzeitliche 1:0 erzielten.
Sparre:„Das Glück ist zurück, Gott sei Dank. Als Stürmer hat man immer mal Phasen, in denen man nicht trifft, und dann kommen auch wieder Zeiten, in denen es umso besser läuft. Wichtig war, dass ich in den letzten Partien trotzdem meine Chancen hatte, aber der Puck halt einfach nicht rein ging.“
Nach der Verletzung von Dustin Whitecotton vor einigen Wochen wurde Jean-Michel Daoust zum Center umfunktioniert und spielte seither mit Ihnen und Sandro Schönberger in einer Reihe. Ausgerechnet bei Whitecottons Comeback kam nun das Puckglück zu Ihnen zurück. Zufall?
Sparre:„Es war gegen Berlin an der Seite von ihm nicht wirklich etwas anders als zuletzt mit Jean-Michel. Unsere Reihe hat auch mit ihm gut funktioniert. Aber natürlich sind wir alle froh, dass Dustin zurück ist, weil er unglaublich wichtig für das Team ist. Er lässt den Puck sehr gut laufen und passt sehr genau. Die Chemie zwischen uns beiden stimmt einfach. Dass ich gerade bei seiner Rückkehr getroffen habe, war aber wohl wirklich Zufall. Der Pass vor meinem Treffer kam von Jean-Michel. In den letzten Spielen hat er den Puck auch sehr oft und sehr gut zu mir gespielt, aber er ging nicht rein.“
Obwohl die Tigers am Wochenende Punkte liegen ließen, nimmt man weiter direkten Kurs auf die Playoffs. Schaut man mittlerweile auch auf die Ergebnisse der anderen Teams?
Sparre:„Natürlich könnte man sagen, dass es beim Blick auf die Tabelle für uns besser ist, wenn dieses Team verliert oder jenes sein Spiel gewinnt. Aber im Grunde muss es uns egal sein. Je mehr man sich mit solchen Sachen beschäftigt, umso mehr lenkt man sich selbst von den eigenen Aufgaben ab. Deshalb ist es wirklich so, wie wir und vor allem der Coach seit Saisonbeginn sagen: Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und den Fokus immer auf den nächsten Gegner richten.“
Der nächste Gegner heißt am Freitag Ingolstadt. Ein besonderes Spiel für Sie, weil es gegen Ihren Bruder geht?
Sparre:„Spiele gegen Freunde, Geschwister oder ehemalige Teams sind immer etwas Besonderes. Aber dieser Umstand darf einen nicht beeinflussen. Gegen Ingolstadt waren wir im letzten Spiel klar besser und haben verdient mit 6:2 gewonnen."
Am Sonntag ist dann Hannover zu Gast am Pulverturm. Mit diesem Team habt ihr nach dem letzten Heimspiel (5:6 n. P.) noch eine Rechnung offen…
Sparre:„Die Scorpions stehen in der Tabelle ganz unten. Gerade gegen solche Teams sind die Spiele am schwersten, da sie im Gegensatz zu uns nichts zu verlieren haben. Aber keine Frage: Dieses Spiel müssen und wollen wir vor eigenem Publikum gewinnen.“
Interview: Michaela Retzer
 
 
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