Verantwortliche ziehen Option: Stürmer Daniel
Sparre bleibt auch in der Saison 2012/13 ein Tiger
Das Heimspiel am Sonntag gegen die Eisbären
Berlin ging für Straubing nach einer aufopferungsvollen
Leistung verloren und die knapp 5800 Fans verließen
ebenso wie die Spieler mit hängendem Kopf das Stadion
am Pulverturm.
Die Bekanntgabe der Vertragsverlängerung von Stürmer
Daniel Sparre im Anschluss an die Partie sollte die Stimmung
der meisten dann aber wieder ein Stück gehoben haben.
Nach je einer Saison in Iserlohn und Köln war er im
Sommer an die Donau gewechselt. Nun zogen die Verantwortlichen
die vereinsseitige Option für eine weitere Spielzeit.
Unsere Zeitung hat sich mit dem gebürtigen Kanadier
unterhalten, der einen deutschen Pass besitzt und aktuell
bester deutscher Scorer im Team ist.
Daniel, Sie sind auch in der kommenden Saison
ein Tiger und bleiben damit in der Nähe Ihres Bruders
Kris, der beim ERC Ingolstadt spielt und seinen Vertrag
ebenfalls bereits verlängert hat...
Daniel Sparre:„Ich freue mich, dass es geklappt hat
und der Verein mich auch in der kommenden Saison haben will.
Dass mein Bruder in der Nähe spielt, macht alles natürlich
noch besser. Gerade für unsere Familie und Freunde
ist es gut, dass wir nicht weit voneinander entfernt sind,
wenn sie uns zum Beispiel wie an Weihnachten besuchen kommen.
Wir treffen uns etwa einmal pro Monat. Das ist immer sehr
schön, weil sich auch unsere Frauen sehr gut verstehen.“
Abgesehen von Ihrer Vertragsverlängerung
gab es am Wochenende hinsichtlich Punkte wenig Grund zur
Freude. Die beiden Spitzenspiele gegen Mannheim und Berlin
hatten es in sich und die Tigers konnten trotz zweier guter
Leistungen am Ende nur einen Punkt mitnehmen.
Sparre:„Im Grunde freut man sich immer, wenn man auswärts
Punkte holt. Daher wäre es jetzt leicht zu sagen, dass
wir froh sind über den einen Punkt in Mannheim, weil
wir am Wochenende gegen die zwei besten Teams der Liga gespielt
haben. Aber so einfach ist es nicht. Wir hatten im Vorfeld
große Hoffnungen in dieses Wochenende gesetzt, und
unsere Leistung war beide Male gut genug für insgesamt
sechs Punkte. Letztlich sind wir also sehr enttäuscht.“
Für Sie persönlich lief es dagegen
gar nicht so schlecht. Seit Ihrem letzten Treffer am 23.
Dezember vergingen zehn torlose Spiele, ehe Sie gegen Berlin
das zwischenzeitliche 1:0 erzielten.
Sparre:„Das Glück ist zurück, Gott sei Dank.
Als Stürmer hat man immer mal Phasen, in denen man
nicht trifft, und dann kommen auch wieder Zeiten, in denen
es umso besser läuft. Wichtig war, dass ich in den
letzten Partien trotzdem meine Chancen hatte, aber der Puck
halt einfach nicht rein ging.“
Nach der Verletzung von Dustin Whitecotton vor
einigen Wochen wurde Jean-Michel Daoust zum Center umfunktioniert
und spielte seither mit Ihnen und Sandro Schönberger
in einer Reihe. Ausgerechnet bei Whitecottons Comeback kam
nun das Puckglück zu Ihnen zurück. Zufall?
Sparre:„Es war gegen Berlin an der Seite von ihm nicht
wirklich etwas anders als zuletzt mit Jean-Michel. Unsere
Reihe hat auch mit ihm gut funktioniert. Aber natürlich
sind wir alle froh, dass Dustin zurück ist, weil er
unglaublich wichtig für das Team ist. Er lässt
den Puck sehr gut laufen und passt sehr genau. Die Chemie
zwischen uns beiden stimmt einfach. Dass ich gerade bei
seiner Rückkehr getroffen habe, war aber wohl wirklich
Zufall. Der Pass vor meinem Treffer kam von Jean-Michel.
In den letzten Spielen hat er den Puck auch sehr oft und
sehr gut zu mir gespielt, aber er ging nicht rein.“
Obwohl die Tigers am Wochenende Punkte liegen
ließen, nimmt man weiter direkten Kurs auf die Playoffs.
Schaut man mittlerweile auch auf die Ergebnisse der anderen
Teams?
Sparre:„Natürlich könnte man sagen, dass
es beim Blick auf die Tabelle für uns besser ist, wenn
dieses Team verliert oder jenes sein Spiel gewinnt. Aber
im Grunde muss es uns egal sein. Je mehr man sich mit solchen
Sachen beschäftigt, umso mehr lenkt man sich selbst
von den eigenen Aufgaben ab. Deshalb ist es wirklich so,
wie wir und vor allem der Coach seit Saisonbeginn sagen:
Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und den Fokus
immer auf den nächsten Gegner richten.“
Der nächste Gegner heißt am Freitag
Ingolstadt. Ein besonderes Spiel für Sie, weil es gegen
Ihren Bruder geht?
Sparre:„Spiele gegen Freunde, Geschwister oder ehemalige
Teams sind immer etwas Besonderes. Aber dieser Umstand darf
einen nicht beeinflussen. Gegen Ingolstadt waren wir im
letzten Spiel klar besser und haben verdient mit 6:2 gewonnen."
Am Sonntag ist dann Hannover zu Gast am Pulverturm.
Mit diesem Team habt ihr nach dem letzten Heimspiel (5:6
n. P.) noch eine Rechnung offen…
Sparre:„Die Scorpions stehen in der Tabelle ganz unten.
Gerade gegen solche Teams sind die Spiele am schwersten,
da sie im Gegensatz zu uns nichts zu verlieren haben. Aber
keine Frage: Dieses Spiel müssen und wollen wir vor
eigenem Publikum gewinnen.“
Interview: Michaela Retzer
|