» Straubinger Tagblatt vom 25.05.2011
Wechsel in der Sportlichen Leitung der Straubing Tigers
„Ich werde wie schon als Spieler 100 Prozent geben“, verspricht der neue Tigers-Manager Jason Dunham
Englbrecht alleiniger Co-Trainer – Verpflichtung eines AHL-Stürmers fix – Dauerkartenverkauf läuft zufriedenstellend
Mit einem kurzen „Ich werde die Sportliche Leitung abgeben,“ machte Jürgen Pfundtner bei der Pressekonferenz am Dienstag offiziell, was sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet hatte. Nach elf Jahren gibt Pfundtner seinen Posten als Manager an den Ex-Tigers-Spieler und zuletzt Co-Trainer Jason Dunham ab.
Er wolle als zweifacher Vater mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und dies sei mit einer so zeitintensiven Aufgabe nicht mehr zu vereinbaren, so der Unternehmer (siehe auch nebenstehendes Interview). Erhalten bleibt er den Tigers aber trotzdem, wie Geschäftsführerin Gaby Sennebogen erklärte: „Jürgen wurde von den Gesellschaftern zum Sportlichen Berater ernannt und wird Jason in allen Fragen unterstützen.“ Pfundtners Rückzug war von langer Hand geplant, wie er selbst zugibt: „Jason hat vor drei Jahren eine gute Saison gespielt. Jeder hat erwartet, dass er noch ein Jahr dran hängt. Ich habe mich mit ihm unterhalten und ihm erklärt, wie seine Karriere in Straubing abseits der Eisfläche weitergehen könnte, aber dass dies auch Zeit brauche.“
Vielseitigkeit Dunhams Trumpf
Nun ist die Zeit also gekommen und Dunham bereit für eine neue Herausforderung: „Ich habe die letzten zwei Jahre intensiv darauf hingearbeitet. Wie als Spieler werde ich auch in meiner neuen Rolle 100 Prozent geben. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe.“ Nach seinem Karriereende als Spieler arbeitete er in der Geschäftsstelle mit und wurde zudem Co-Trainer. Und gerade diese verschiedenen Tätigkeitsfelder kommen ihm nun zu Gute: „Ich kenne sämtliche Abläufe im Eishockeygeschäft und kann mein Wissen und meine Erfahrungen in den einzelnen Bereichen verknüpfen“, so Dunham.
Im Zuge seiner Ernennung zum Sportlichen Leiter fungiert der letztjährige Torwarttrainer Bernie Englbrecht ab sofort als alleiniger Co-Trainer der Tigers. „Es ist ein Riesenglück für uns, dass wir ihn haben. Bernie kennt sich aufgrund seiner eigenen Spieler- und Trainerkarriere im deutschen Eishockey aus wie nur wenige. Er ist damit der ideale Partner für unseren neuen Chefcoach Dan Ratushny“, weiß Dunham, der weiterhin alle organisatorischen Aufgaben rund um das Team erledigen und auch mit zu den Auswärtsspielen fahren wird.
Englbrecht selbst freut sich natürlich auf die Fortsetzung seines Engagements in Straubing: „Wir befinden uns schon mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison und werden alles geben, um dieses Mal endlich diesen verflixten zehnten Platz zu erreichen. Derzeit liegt das Hauptaugenmerk noch auf Krafttraining, und in diesem Punkt bin ich mit den Spielern durchweg zufrieden.“ Mit dem neuen Cheftrainer gab es bereits zwei Treffen, in denen man auch Gespräche über die taktische Ausrichtung führte. „Wir wollen attraktives Eishockey spielen, aber trotzdem in der Defensive gut stehen. Ein guter Sturm allein nützt nichts, wie man bei der WM am russischen Team gesehen hat“, so Englbrecht.
Neuzugänge vorgestellt
Für wenige Gegentore könnte unter Umständen irgendwann auch sein Sohn Maximilian sorgen, der seit vergangener Woche als dritter Torhüter der Tigers feststeht. Der 20-Jährige steht bei Oberligist Passau unter Vertrag, erhält jedoch eine Förderlizenz für Straubing. „Ich werde ab August mit den Tigers aufs Eis gehen und versuchen, mich von Jahr zu Jahr hochzuarbeiten“, erklärt Englbrecht junior. Während er mit dem weiteren Neuzugang Markus Hundhammer, der als bisheriger Zweitligaspieler für die Landshut Cannibals „froh ist, mit 31 Jahren noch einmal die Chance auf die DEL zu haben“, in Landshut trainiert, schwitzt „Rückkehrer“ Bernhard Keil im Vitadrom in Straubing. Der letztjährige DNL-Topscorer und Meister mit den Jungadlern Mannheim ging in Absprache mit den Tigers in der vergangenen Saison zunächst nach Kanada in die Western Hockey League. „Dieses Jahr war ein tolles Erlebnis. Die Begeisterung für Eishockey ist dort in etwa wie bei uns für Fußball – nur fünf Mal größer“, so Keil. Nun gelte seine volle Aufmerksamkeit allerdings seinem Debüt bei den Tigers: „Ich werde ordentlich hart trainieren und mir am Ende hoffentlich einen Stammplatz erkämpft haben.“
„Wir haben noch drei Monate“
Mit welchen Spielern er sich dabei wird messen müssen, steht noch nicht vollends fest, denn einige Schlüsselpositionen sind noch nicht besetzt. Für Dunham besteht allerdings kein Grund zur Sorge, zumal einer der beiden fehlenden Stürmer für den ersten Block bereits verpflichtet wurde, aufgrund der laufenden Playoffs in der AHL (in Absprache mit seinem aktuellen Club) jedoch noch nicht bekannt gegeben werden darf. „Wir haben noch drei Monate, in denen wir die Spieler verpflichten werden. Im Moment wird kein Spieler unterschreiben, weil alle erst abwarten. Es besteht wirklich überhaupt keine Eile“, beruhigt der neue Sportliche Leiter.
Obwohl es also noch einige Fragezeichen hinter dem Kader gibt, sei der Dauerkartenvorverkauf bislang zufriedenstellend verlaufen, berichtet Sennebogen. Und noch eine andere Tatsache macht die Tigers-Geschäftsführerin sichtlich stolz: „Obwohl erst heute der Abgabetermin für die Lizenzierungsunterlagen war, haben wir diese Aufgabe bereits in der vergangenen Woche erledigt und umgehend eine sehr positive Rückmeldung von Seiten der DEL erhalten.“ Damit steht der neuen Saison also auch aus rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht nichts mehr im Weg. Ab 8. August werden alle Spieler in Straubing sein, ehe das Team traditionell am ersten Volksfest-Samstag (13. August) der Öffentlichkeit präsentiert wird und die Saison dann am 16. September richtig los geht. Und das Ziel? „In jedem Fall mehr Heimspiele gewinnen als in der vergangenen Saison“, fordert Pfundtner und setzte damit nicht nur den Schlusspunkt hinter die Pressekonferenz, sondern auch hinter seine Amtszeit als Sportlicher Leiter der Straubing Tigers.
Michaela Retzer



„Mit Jason Dunham geht es nahtlos weiter“
Jürgen Pfundtner über seinen lange geplanten Rückzug, seine neue Aufgabe und das aktuelle Tigers-Team
Nein“, sagt Jürgen Pfundtner, „das wird kein Abschieds-Interview, sondern eher eine Zwischenbilanz und ein Ausblick in die Zukunft, an der ich weiterhin mitwirken möchte“. Dennoch ist am Dienstag sozusagen eine Ära zu Ende gegangen. Nach insgesamt elf Jahren als leitender Funktionär (Geschäftsführer, Sportlicher Leiter) hat Jürgen Pfundtner offiziell seinen Rückzug als Manager der Tigers verkündet, zugleich aber mit der Installierung von Jason Dunham als seinen Nachfolger einen weiteren Schritt zur Professionalisierung der Tigers-GmbH eingeläutet. Über die Gründe für diesen Wechsel, sein neues Aufgabengebiet im Gesellschafterkreis sowie über das neue Tigers-Team für die Saison 2011/12 in der DEL spricht Pfundtner im folgenden Interview.
Herr Pfundtner, nach insgesamt elf Jahren als Funktionär in leitender Position rücken Sie jetzt sozusagen zurück in die zweite Reihe. Als Sie im Jahre 2000 angefangen haben, lag das Eishockey in Straubing regelrecht am Boden. Dann folgte der Aufstieg in die 2. Bundesliga, später der Sprung in die DEL. In der höchsten Liga haben sich die Tigers jetzt etabliert und sind anerkannt. Kommt Ihnen die ganze Entwicklung im Rückblick nicht auch manchmal wie ein Märchen vor?
Jürgen Pfundtner:„Ich denke, unsere Organisation kann mit Recht stolz darauf sein, was die letzten elf Jahre erreicht worden ist. Von einem Märchen würde ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Es war wohl mehr sehr viel und sehr harte Arbeit, die da geleistet wurde und die nach wie vor geleistet wird. Und natürlich braucht man in der einen oder anderen Phase auch ein Quäntchen Glück.“
Das klingt aber sehr nüchtern, schließlich gab es in den letzten Jahren viele Highlights. Was waren denn aus Ihrer Sicht die Höhepunkte?
Pfundtner:„Vielleicht kommen die ja erst noch(schmunzelt). Aber im Ernst: Es gab sicher einige Höhepunkte, über die man vielleicht noch lange reden wird. Mein persönliches Highlight war die Lizenzerteilung zur DEL, wo speziell die Gesellschafter Unglaubliches geleistet haben. Ich persönlich habe den Sport nie alleine gesehen. Es war und ist wichtig, dass die Strukturen des Clubs mit der sportlichen Entwicklung mitgewachsen sind und weiter wachsen. Mit dem Neubau und den dazugehörigen neuen VIP-Räumlichkeiten werden zum Beispiel die Weichen für weiteres Wachstum gestellt, das am Ende auch dem Sportetat zugute kommt.“
Sie waren stets ein Antreiber und Visionär. Man kann davon ausgehen, dass Sie die nun vollzogene Professionalisierung im Team der Sportlichen Leitung von langer Hand geplant haben. Was waren die eigentlichen Gründe für diese Umstrukturierung?
Pfundtner:„Die Gründe für mich persönlich, diese unglaublich zeitintensive Position abzugeben, sind in erster Linie familiärer Natur. Ich bin mittlerweile Vater von zwei Kindern und möchte nun meine verbleibende freie Zeit – neben meinem Geschäft – mehr mit meiner Familie verbringen. Deshalb habe ich seit längerer Zeit über einen Nachfolger nachgedacht. Am Ende ist es für unsere Organisation wichtig, jemanden auf dieser Position zu installieren, der sich mit der Sache und dem Club identifizieren kann und der loyal ist. Wichtig und wünschenswert auf dieser Position ist ferner Kontinuität. Es wäre schön, wenn Jason diesen Job jetzt auch elf Jahre machen würde.“
Die Wahl ist nun auf den bisherigen Co-Trainer Jason Dunham gefallen. Was prädestiniert ihn für diese Aufgabe?
Pfundtner:„Ich habe Jason jetzt über einen Zeitraum von fast zwei Jahren beobachtet, ihn langsam herangeführt und eingearbeitet. Das heißt: Ich habe ihn den Agenten vorgestellt, ihn in die Vertragsgespräche mit eingeführt und teilweise selbst agieren lassen. Jason hat in unserer Organisation Schritt für Schritt alle Abteilungen durchlaufen – er ist also gut vorbereitet auf seinen neuen Job. Und er kennt vor allem die Voraussetzungen bei den Tigers, für die er lange gespielt hat. Jason ist sehr ehrgeizig, er hat eine gute Auffassungsgabe, er ist mit Eishockey aufgewachsen und er weiß, wie die Liga funktioniert. Kurzum: Dunham bringt alle Voraussetzungen mit, um in diesem Metier erfolgreich arbeiten zu können. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass er sich dieser Aufgabe stellt. Und ich freue mich, dass sich auch die Gesellschafter letztlich für diesen Weg ausgesprochen haben, weil es ein weiterer Schritt zur Professionalisierung unserer Organisation ist.“
Und wie können Sie Jason Dunahm künftig in Ihrer neuen Rolle als Berater der Gesellschafter im Bereich Sport unterstützen und helfen?
Pfundtner:„Ich gehöre seit letzter Saison wieder zum Gesellschafter-Kreis. Es war Wunsch der Gesellschafter, dass ich als ständiger Ansprechpartner für den neuen Sportlichen Leiter zur Verfügung stehe und sozusagen die Schnittstelle zur GmbH bilde. Ich werde Jason also künftig mit Rat und Tat zur Seite stehen, dazu weiter meine be-stehenden Kontakte pflegen und ihn unterstützen, wo es möglich ist. Das letzte Wort bei sportlichen Entscheidungen wird allerdings ab sofort er in seiner neuen Funktion als Sportlicher Leiter haben.“
Werfen wir noch einen Blick auf die Mannschaft. Viele Anhänger sind angesichts des aktuellen Kaders nach wie vor sehr skeptisch. Vor allem, wenn man sieht, wie die Konkurrenz in der DEL aufrüstet. Was macht Sie so sicher, dass die Tigers auch in der Spielzeit 2011/12 eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen schicken werden?
Pfundtner:„Ich bin optimistisch. Wenn ich den Saisonstart als Fixpunkt nehme, dann haben wir unsere Anhänger noch nie enttäuscht. Wir haben es in den letzten Jahren immer wieder geschafft, personell etwas zuzulegen. Ich gehe davon aus, dass uns dies auch in diesem Sommer gelingen wird.“
Dennoch ist es aber so, dass im Kader vier absolute Schlüsselstellen – eine neue Nummer 1 im Tor, ein vermeintlicher Top-Verteidiger sowie zwei Stürmer für die erste Reihe – noch nicht besetzt sind. Darüber hinaus würde auch ein gestandener deutscher Stürmer dem Team gut zu Gesicht stehen...
Pfundtner:„Das ist grundsätzlich richtig. Die Fans können aber davon ausgehen, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht und viel Vorarbeit geleistet haben. Wir haben also eine lange Liste mit Spielern, die in der engeren Auswahl sind. Die Straubing Tigers müssen und werden aber auch immer die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verstärkt im Auge haben. Auch aus diesem Grund ist es klug, wenn wir geduldig an die Sache rangehen. Ich bin mir sicher, wir werden am Ende die richtigen Spieler für unsere Mannschaft finden. Im Übrigen suchen wir für die erste Reihe nur noch einen Kontingentspieler.“
Moment, bislang ist aber dahingehend nichts veröffentlicht worden ...
Pfundtner:„Auch das ist richtig und hat seinen Grund. Wir haben einen Außenstürmer aus Nordamerika unter Vertrag genommen, gleichzeitig aber vertraglich zugesichert, dass der Name erst veröffentlicht wird, wenn dessen aktueller Club nicht mehr im Spielbetrieb ist. Und die Playoffs in der American Hockey League laufen bekanntlich noch...“
Das hört sich ja vielversprechend an. Können Sie denn auch zur Torhütersuche ’was sagen. Die Besetzung dieser Position wird wohl der Schlüssel sein, oder?
Pfundtner:„Grundsätzlich kann man auch hier festhalten: Es sind eine ganze Reihe sehr guter Goalies auf dem Markt. Die Preise sind aktuell aber noch sehr hoch. Auch Clubs wie Hamburg, Iserlohn oder Augsburg sind auf der Suche – und warten ebenfalls. Auch bei dieser Position bin ich mir sicher, dass wir den Richtigen finden werden.“
Dann steht ja aus Ihrer Sicht einer sportlich erfolgreichen Saison 2011/12 nichts mehr im Wege ...
Pfundtner:„Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die neue Saison. Ich bin mir sicher, dass wir wieder hochklassiges Eishockey in Straubing sehen und alle zusammen Spaß haben werden.“
Interview: Wolfgang Karl
 
 


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