» Straubinger Tagblatt vom 23.03.2011
Eine Mischung aus Pech, Unglück und Fehleinschätzungen
Warum die Tigers die Playoff-Teilnahme erneut nicht schafften – Auswirkungen werden in der neuen Saison spürbar sein
Von Tobias Welck
Wir hatten alle ein großes Ziel, dass Playoffs hieß. Und ich war mir auch so sicher, dass wir es schaffen, weil wir wirklich gute Jungs hatten. Das ist nun schon eine große Enttäuschung, dass wir Platz zehn nicht erreicht haben.“
Die Worte von Tigers-Kapitän Michael Bakos drücken aus, wie schwer es ist, die abgelaufene Spielzeit der Straubing Tigers einzuordnen. Man gab das Ziel Platz zehn offensiv aus und hatte - nicht nur auf dem Papier - das stärkste Straubinger Team aller Zeiten. Am Ende hat man das Saisonziel nicht erreicht. Aber nicht, weil man es mit Pauken und Trompeten verpasst hätte, sondern weil sich eine Ansammlung von Kleinigkeiten zum Flächenbrand verwandelte. Eine Mischung aus Pech, Unglück und Fehleinschätzungen. So endete man, wie in den beiden Jahren zuvor, auf Platz 13. Mit dem Punkteschnitt von 1,29 pro Partie hat man im fünften Jahr der DEL-Teilnahme das zweitbeste Ergebnis eingefahren (2008/09 waren es 1,31 pro Spiel, was das beste Ergebnis aus Straubinger Sicht darstellt). Am Ende konnte man sich also nicht signifikant gegenüber den Vorjahren verbessern, was nüchtern betrachtet kein zufriedenstellendes Ergebnis ist. Denn: Das Potenzial war da: Das zeigte sich nicht nur in Sternstunden am heimischen Pulverturm wie einem 8:3 gegen Iserlohn oder einem 7:4 gegen Düsseldorf. Vor allem auswärts trat man im ersten Teil der Saison im Stile einer Spitzenmannschaft auf. Nicht Glück oder Zufall, sondern schlichtweg dominante Leistungen ermöglichten einen Auswärtssieg nach dem anderen und nicht selten rieben sich die Gegner verwundert die Augen und überschütteten die Tigers mit Lob. Dass jenes Team am Ende außerhalb der Playoff-Plätze stehen würde, schien irgendwie unwirklich. „Es hat eigentlich alles gepasst“, findet auch Stürmer Karl Stewart. Endlich hatte man in Straubing eine erste Reihe, die diesen Namen auch verdiente. Auch eine Kadertiefe, in der die Reihen drei und vier ein Faktor werden konnten, schien gegeben. Warum hat es also am Ende doch wieder nicht gereicht?
Die Saison-Analyse
• Erste Reihe ist weggebrochen: Nach drei Monaten fiel das Duo Hahn/Goren - beginnend mit Verletzungen, weitergehend mit Vertragsverhandlungen - in ein Tief.
• Schlechtestes Powerplay der Liga: Und nun wurden bei den Tigers alte Probleme sichtbar: Man tat sich fortan schwer, Tore zu schießen, das Powerplay dümpelte dahin und endete als schlechtestes der Liga. „Die Liga ist so eng, wir haben viele Spiele mit einem Tor Unterschied verloren. Ein Powerplay-Tor mehr pro Spiel macht da einen großen Unterschied“, weiß auch Karl Stewart. Das Fehlen der ersten Reihe und auch das Fehlen eines Blueliners wurden deutlich.
• Enttäuschende vermeintliche Leistungsträger: Spieler aus der zweiten Reihe, wie Justin Mapletoft, Carl Corazzini oder Eric Meloche, versäumten es, mit Leistung voranzugehen, gerade als sie im Verlauf der Saison dringend gebraucht wurden.
• Zu wenige deutsche Top-Spieler: Hier ist man gegenüber der Konkurrenz deutlich schlechter besetzt, auch gegenüber Kellerkindern wie Augsburg oder Iserlohn. Spieler wie Darin Olver, das Duo Wolf/Hock, um nur einige zu nennen, sucht man im Straubinger Kader vergeblich.
• Verletzungs- und Abgangspech: Mit den Langzeitausfällen von Osterloh, Röthke und Hahn, sowie dem Abgang von Goren wurde der Kader schwer getroffen. In einer Phase, in der andere Teams noch einmal aufgerüstet haben, wurde Straubings Kader schwächer. Dass der Goren-Abgang just am letzten Tag der Wechselfrist kam, tat so sein übriges, denn mit ein paar Tagen Puffer, wäre wohl ein Neuzugang noch zu realisieren gewesen. So glühten am letzten Tag der Wechselfrist die Telefone, zweimal war man sich mit einem Spieler fast einig, am Ende zerschlugen sich aber alle Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass ein fest eingeplanter Leistungsträger wie Michael Bakos über die halbe Spielzeit hinweg mit den Nachwirkungen seines Pfeifferschen Drüsenfiebers zu kämpfen hatte.
• Wechselhafter Goalie: Dimitri Pätzold zeigte in den ersten und den letzten sechs Saisonwochen jeweils seine ganze Klasse. Die Punkteausbeute in dieser Zeit, die jeweils locker für die Playoffs gereicht hätte, zeigt, wie wichtig ein funktionierender Torhüter ist.
Es bleibt also ein zwiespältiger Eindruck: Denn von September bis Februar stand man unentwegt unter den Top-Ten, kämpfte bis zum letzten Wochenende um die Playoffs - zum ersten Mal in den fünf DEL-Jahren. Hätte man es geschafft, wenn die Trainerentlassung früher gekommen wäre? „Der Trainer war nicht schuld“, sagt Torhüter Dimitri Pätzold. „Es ist ja immer so, dass bei einem Trainerwechsel zunächst einmal ein Aufschwung kommt.“ Auch unter Dean Fedorchuk wurden am Ende die Schlüsselspiele verloren, allerdings waren ihm mit dem Minikader zum Schluss hin auch fast die Hände gebunden.
Man hat eine große Chance in dieser Saison vergeben und die Auswirkungen werden spürbar sein. Die Schiene mit einem bevorzugt deutschem Team mit deutschem Coach wird verlassen werden und auch in Sachen Zuschauer-Marketing wird man neue Wege gehen müssen. Zwar ist der Schnitt von 4.432 pro Spiel durchweg positiv (immerhin steht man damit europaweit auf Platz 65 vor Traditionsclub wie dem HC Lugano aus der Schweiz oder dem finnischen Hauptrunden-Sieger Jyväskylä), aber selbst bei Top-Spielen oder Spielen mit besonderer Wichtigkeit hatte man Schwierigkeiten, die 5000er Marke zu überspringen. Doch aller Enttäuschung zum Trotz: „Wir wollen den Fans nun eben im sechsten DEL-Jahr die Playoffs schenken“, blickt Karl Stewart schon einmal voraus. Denn das große Ziel bleibt auch in der neuen Saison gleich…



Servus liebe Tigerfans,
wieder ist eine Eishockeysaison - mit all ihren Höhen und Tiefen - beendet. Im Eisstadion schmilzt das Eis, die Spieler fahren nach Hause und bevor ich mich auf den Weg Richtung „Augschburg“ mache, gibt’s von mir noch einen sportlichen wie persönlichen Saisonrückblick.
Der August in Straubing ist schon anders als der in Ingolstadt. Klar gibt es Gemeinsamkeiten, als Eishockeyspieler schwitzt man im Trainingslager, bis es keinen Tropfen mehr im Körper gibt, den man rausschwitzen kann. Aber was Straubing von allen DEL-Standorten unterscheidet, ist das Gäubodenfest. Ich fand’s faszinierend!
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Auto mal so unpraktisch sein kann - und wie schön es ist, dass es Sebastian Osterloh gibt, denn der hat mir für diese Zeit sein Fahrrad geliehen. Damit ihr mich nicht falsch versteht, ich mag den „Osti“ auch so sehr gern. Einige meiner Mitspieler haben sich dann einen Roller gekauft, einfacher Grund: auf dem Fahrrad muss man schwitzen, den Roller aber nur tanken. Wie dem auch sei, mein bleibender Eindruck: Ganz Straubing liebt dieses Fest, Respekt! Ach ja, sportlich gab’s auch noch was, wir haben den Gäubodencup gewonnen, manche behaupteten, wir waren gedopt, Festbier und so... Es konnte aber nie nachgewiesen werden.
Dann ging es langsam auf das erste Saisonspiel zu und man konnte die Euphorie spüren. Jeder war gespannt, wie sich die Mannschaft schlagen wird, und ich muss sagen, wir haben zeitweise wirklich gutes Eishockey gespielt. Leider hatte ich selbst nicht so viel Glück und war lange wegen einer Viruserkrankung zum Zuschauen verdammt, das war echt sch.. äh blöd. Es ist ja jetzt zum Glück vorbei, es war schon eine schwere Zeit, in der ich aber auch sehr viel Unterstützung von Trainern, Mitspielern, Ärzten und den Verantwortlichen der Straubing Tigers erfahren habe. Vielen Dank noch einmal dafür.
Spätestens ab Dezember hat es der „Eishockeygott“ nicht mehr so gut mit uns gemeint und wir hatten Rückschläge zu verzeichnen. Formschwankungen und Verletzungen kamen hinzu und wir mussten mit ansehen, wie unser Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz sich in Luft auflöste.
Es ist ganz klar, im Dezember und Januar haben wir die Playoffs verspielt und unser Trainer hat seinen Job verloren. Es tut mir wie dem Rest der Mannschaft sehr leid, dass Jürgen Rumrich diese persönliche Niederlage einstecken musste, da er bis zum letzten Moment an uns geglaubt hat.
Als Mannschaft wurden wir auf die Probe gestellt, wenig Erfolgserlebnisse gepaart mit Verlusten von Trainern wie Spielern (Hahn, Goren, Osterloh, Röthke). Solche Zeiten sind sehr kritisch, entweder es bricht alles auseinander oder man rauft sich zusammen. Ich bin sehr stolz ein Teil dieser Mannschaft zu sein, weil sie in den letzten Wochen bewiesen hat, dass sie Charakter hat und den Kopf nicht einzieht, wenn es ungemütlich wird. Auch wenn es am Ende nicht für unser aller Ziel gereicht hat, haben wir doch einige schöne Momente zusammen erleben dürfen - ihr Fans wie auch wir Spieler.
Da ich jetzt zum Schluss komme, möchte ich mich noch im Namen aller Spieler für eure Unterstützung bedanken. Ich bin schon einige Jahre in der Liga unterwegs und es ist nicht selbstverständlich, dass man trotz einer Niederlage für seine Leistung auf dem Eis Applaus bekommt. Danke dafür.
Ich wünsche allen einen schönen Sommer. Bis zur nächsten Saison!

Euer
Michael Bakos


„Spät-Verpflichtung“ Laurent Meunier am überzeugendsten
Zwiespältig wie die gesamte Saison 2010/2011 der Straubing Tigers fällt auch die Einzelbewertung der Spieler aus
Von Tobias Welck
DIE TORHÜTER
Dimitri Pätzold:Am Anfang und am Ende der Saison der Rückhalt, den man sich erhofft hatte. Zwischendrin aber fast in jedem Spiel für „leichte“ Gegentore gut. Seine Schwäche: Er ist schnell auf den Knien, was clevere Gegner mit Schüssen über die Schulter nutzen. Stark dafür mit den Reflexen.
Jan Guryca: Bot als Back-up bessere Leistungen als von vielen gedacht. Fast immer konnte man sich auf ihn verlassen. Als er nach einer Verletzung von Pätzold häufiger in Folge im Tor stand, wurde in den Spielen gegen Iserlohn und in Nürnberg aber auch deutlich, dass er keine dauerhafte Nummer eins ist.
Daniel Huber: Ein 40-minütiger Einsatz gegen Iserlohn ohne große Aussagekraft. Ansonsten bei Passau in der Oberliga im Tor.
DIE VERTEIDIGER
Calvin Elfring: Einmal mehr der punktbeste Verteidiger des Teams. Überzeugt durch läuferische Klasse und gutes Stellungsspiel.
Andy Canzanello: Licht und Schatten wechseln sich ab. An guten Tagen gerade offensiv eine Klasse für sich, an schlechten aber auch mit haarsträubenden Defensivfehlern.
Tobias Draxinger: Könnte aus seinen Möglichkeiten deutlich mehr machen. Taktisch häufig zu unbedarft und undiszipliniert, beschwört so Gefahr herauf.
Stephan Wilhelm: Die Stagnation der vergangenen Jahre hat sich fortgesetzt. Körperlich zu schwach, hätte aber ansonsten alle Anlagen zu einem deutschen Top-Verteidiger.
Florian Ondruschka: Deutete sein Potenzial auf beiden Seiten der Eisfläche an, ist aber noch zu schwankend in seinen Leistungen.
Michael Bakos: Brauchte nach seiner schweren Erkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) lange, bis er den Rückstand aufgeholt hatte, und erreichte so erst zum Saisonende hin seine eigentliche Leistungsstärke.
Benedikt Brückner: Eine der Überraschungen der Saison. Der Youngster – eigentlich nur als Verteidiger sieben oder acht eingeplant – spielte sich mit seinen Auftritten in den Stammkader.
Sebastian Osterloh: Fiel nach nur 15 Spielen mit einem Kreuzbandriss aus und hinterließ mit seiner körperlichen Präsenz in der eigenen Zone eine nicht zu schließende Lücke, wie sich zeigen sollte.
DIE STÜRMER
Derek Hahn: Verzückte im ersten Saisondrittel mit seinem Auge, seiner Übersicht, seiner Technik und seinen läuferischen Qualitäten und war im Liga-Vergleich ein absoluter Top-Spieler. Kam nach einer Gehirnerschütterung zur Saisonmitte aber nicht mehr auf die Beine.
Lee Goren: Für ihn gilt Ähnliches wie für Hahn: Trotz läuferischer Defizite ein Top-Mann im ersten Saisondrittel, der in der gegnerischen Zone teilweise explodierte. Danach war von ihm nicht mehr viel zu sehen. Am Ende ein unrühmlicher Abgang mit dem durch einen Eklat provozierten Wechsel nach Bern.
Karl Stewart: Fand mit Hahn und Goren genau die richtigen Mitspieler für seine Spielweise. Wurde mit Pässen perfekt gefüttert und bewies seinen Torriecher. Ohne die kongenialen Mitspieler aber nur noch die Hälfte wert, da er technisch limitiert ist. Vorbildlich zwar sein kämpferischer Einsatz, aber dort übertrieb er es auch das eine oder andere Mal.
Justin Mapletoft: Viel Schatten, aber auch Licht. Seine Begabung ließ der Center immer wieder mal aufblitzen, wirkte aber insgesamt in dieser Spielzeit zu langsam und defensivschwach. Konnte nicht mehr an die Form und Einstellung des Vorjahres anknüpfen.
Laurent Meunier: Der Neuzugang kam Mitte der Saison und entpuppte sich als echte Verstärkung. Ein perfekter Zwei-Wege-Stürmer, der Torgefahr ausstrahlt, keinen Zweikampf scheut, eine Reihe führen kann und zusätzlich auch die Drecksarbeit erfüllt.
Carl Corazzini: Vielleicht die größte Enttäuschung der Saison. Konnte kaum die Ansprüche, die an ihn gestellt wurden, erfüllen; tauchte häufig völlig unter.
Dustin Whitecotton: Der Center der dritten Reihe erledigt seine Aufgaben wie eh und je zuverlässig.
Eric Meloche: In anderer, defensiverer Aufgabe in Reihe drei durchaus solide, aber mit (zu) wenig Durchschlagskraft nach vorne.
Rene Röthke: Offensiv brandgefährlich, defensiv nicht immer diszipliniert. Trotzdem bester deutscher Stürmer, fiel aber ab Januar mit einem Knöchelbruch aus.
Sandro Schönberger: Hat erneut einen Schritt nach vorne gemacht und sich zu einem vollwertigen DEL-Spieler entwickelt.
Billy Trew: Musste meist in den hinteren Reihen auflaufen, so lief das Spiel oft an ihm vorbei. Seine beste Zeit scheint endgültig vorbei.
Maximilian Forster: Fiel weder auf noch ab. Ordentliches erstesDEL-Jahr, Potenzial ist vorhanden.
Adrian Foster: Kam kurz vor Ende der Wechselfrist. Körperlich stark, überzeugte kämpferisch. Strahlt aber nur wenig Torgefahr aus.
Michael Baindl: Kam nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinaus.




Ein Sportlerleben mit Happy End auf und neben dem Eis
Von der Oberliga in die DEL und ins Nationalteam: Billy Trew ist in seinen zwölf Jahren in Straubing zur Kultfigur geworden
Von Michaela Retzer
Eine Bilderbuchkarriere, eine Bilderbuchfamilie und darüber hinaus Liebling einer ganzen Stadt. Das können nicht viele über sich sagen. Billy Trew kann es – denn nach zwölf Jahren in der Donaustadt ist er schon jetzt eine Legende im Straubinger Eishockeysport.
Dabei war der Beginn seiner Deutschlandkarriere im Sommer 1999 fast vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Nach nur wenigen Spielen beim damaligen Zweitligisten Grefrather EV packte er aufgrund sportlicher und finanzieller Probleme seine Koffer. „Meine Frau und ich hatten eine schlechte Zeit dort“, sagt Trew rückblickend. „Im Nachhinein war es aber okay, schließlich sind wir nach diesem Debakel nach Straubing gekommen, und es ging wieder bergauf.“ Und zwar steil bergauf! Dabei schien der damalige Sportliche Leiter des EHC Straubing, Peter Zankl, bei der Bekanntgabe nicht wirklich überzeugt von der Verpflichtung und meinte nüchtern: „Wir sehen ihn als Interimslösung.“ Trew war nämlich eigentlich bei der Suche nach einem Ersatz für den Langzeitverletzten David Hoogsteen nur zweite Wahl.
Trew erinnert sich noch genau an seinen ersten Tag in der Gäubodenstadt: „Ich bin spätabends gelandet, dann mit dem Zug nach Straubing und morgens gleich mit zum Auswärtsspiel nach Bayreuth.“ Völlig überraschend gewann das Team von Trainer Gerd Wittmann mit 3:1 und Trew gab zum 1:0 durch Sturmkollege John Sicinski den entscheidenden Pass. Auch sein erstes Tor ließ nicht lange auf sich warten: Beim dritten Sieg im dritten Spiel seit seiner Ankunft erzielte der Kanadier am 29. Oktober 1999 im Heimspiel gegen die Erding Jets den Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 3:4. Kein Wunder, dass der zunächst vierwöchige Probevertrag umgehend verlängert wurde.
Dabei hätten die Verantwortlichen nur einen Blick auf seine hervorragenden Statistiken aus seiner Zeit in Kanada werfen brauchen. In den drei Spielzeiten bei den El Paso Buzzards in der Western Professional Hockey League, der heutigen WCHL, hatte er zweifelsohne zu den Leistungsträgern gehört und mit ihnen 1997 und 1998 die Meisterschaft gewonnen. In seiner letzten Saison in Kanada war er mit 91 Punkten (44 Tore und 47 Vorlagen in 69 Spielen) gar Topscorer seines Teams. Seine Bilanz bei den Tigers ist ähnlich beeindruckend: Sage und schreibe 274 Treffer und 356 Vorlagen in 611 Spielen stehen zu Buche. Er ist der einzige Akteur, der als Spieler sowohl den Aufstieg von der Oberliga in die Zweite Liga im Jahr 2000 als auch von der Zweiten Liga in die DEL in der Saison 2005/06 miterlebte. „Man will immer Meister werden, daher ist es natürlich schon etwas Besonderes, mit einem Verein von der Oberliga bis in die DEL zu kommen. Das gibt es nicht oft im Eishockey“, gibt Trew stolz zu.
Unvergessliche Augenblicke
Doch nicht nur die beiden Meisterschaften sind ihm noch gut in Erinnerung. „Ich hatte all die Jahre sehr viel Spaß. Es gab in der Oberliga oder in der Zweiten Liga viele Derbys gegen Deggendorf, Landshut, Regensburg, Weiden, Erding und Bayreuth. Vor allem an mein erstes Jahr mit Christian Setz, Olli Vöst, Georg Franz und Kevin Hoogsteen oder an die erste DEL-Saison mit einem Team, das gerade am Ende zu einer echten Einheit zusammengewachsen ist, denke ich oft. Das waren unvergessliche Augenblicke, die ich nicht missen möchte.“ Denn gerade mit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse ging für Trew ein Traum in Erfüllung: „Im Gegensatz zu vielen anderen war ich persönlich nicht überrascht, dass uns Zweitliga-Spielern der Sprung in die DEL so rasch geglückt ist. Es war zwar nicht einfach, aber wir haben uns durchgebissen.“
Kein Sportlerleben aber ohne Rückschläge, das musste auch der Kanadier am eigenen Leib erfahren. So gut es nämlich im ersten DEL-Jahr gelaufen war, so viel ging im zweiten daneben. Lange musste Trew auf seinen deutschen Pass warten und unterdessen für den Förderlizenzpartner Landshut auflaufen, um schließlich doch erneut als Ausländer lizenziert zu werden. Nach nur wenigen Spielen für die Tigers zog er sich dann eine schwere Schulterverletzung zu, musste operiert werden und fiel die restliche Saison aus.
Weitere drei DEL-Jahre später sind die Schmerzen von einst vergessen und Trew zieht eine durchweg positive Bilanz: „Manchmal kommt es einem vor wie im Traum. Alles hat sich ständig weiterentwickelt, alles ist professioneller geworden. Nicht nur das Umfeld, auch das Team hat sich enorm weiterentwickelt. So einen sensationellen Aufstieg gibt es sicher nicht oft im Sport, und ich bin glücklich, ein Teil davon gewesen zu sein.“
Doch auch abseits der Eisfläche stand Trew stets auf der Sonnenseite des Lebens. Seine Frau Jen kennt er noch aus der Schule, zusammen haben sie zwei bezaubernde Kinder. Tochter Hannah geht in die Grundschule, Sohn Liam kommt in den Kindergarten. „Ihre Geburt waren die schönsten Momente meines Lebens“, schwärmt Trew. Die Kinder sind es auch, die Trew über den Sport hinaus an Straubing binden. „Diese Stadt ist unsere Heimat. Unsere Kinder sind echte Straubinger. Wenn wir jeden Sommer für ein paar Wochen nach Kanada fliegen, ist es für sie wie in Urlaub fahren. Sie fragen dann schon immer, wann wir wieder nach Hause fahren“, so der Deutsch-Kanadier.
Straubing bleibt der Nabel
Dennoch war vor eineinhalb Wochen die Zeit des Abschieds gekommen. Beim letzten Heimspiel der Saison 2010/11 gegen Mannheim hieß es „time to say goodbye“. Nach zwölf Jahren verlässt Trew die Tigers. Es waren Momente der Freude, der Rührung und nicht zuletzt der Dankbarkeit, als der Stürmer die letzten Runden auf dem Eisoval am Pulverturm drehte und anschließend seine Karrierehighlights auf den Videowalls eingespielt wurden. Die Zeit der „Billy, du bist ein Straubinger“-Rufe ist vorbei – vorerst zumindest. Denn auch wenn er seine Karriere andernorts, vielleicht sogar bei einem der einstigen Derbygegner Landshut oder Regensburg, ausklingen lässt, „so bleibe ich ein Straubinger“, verspricht Trew und freut sich schon jetzt auf seine Rückkehr in eine Funktion in der Tigers-Organisation. Der zweite Teil seiner Bilderbuchkarriere in Straubing ist also schon in Planung…

Liebe Freundeder Straubing Tigers,
mit dem Heimspiel gegen Mannheim ging unsere fünfte Spielzeit in der Deutschen Eishockey-Liga zu Ende. Der Saisonschluss ist eine gute Gelegenheit, Danke zu sagen: Dank an unsere vielen, treuen Zuschauer aus Stadt und Land für einen neuen Besucherrekord. Auf unser Publikum ist Verlass. Ein großes Dankeschön auch an unsere Premium-Partner und alle Sponsoren und Gönner unseres Clubs! Das Fundament unserer Organisation bilden unsere Gesellschafter. Herzlichen Dank für das harmonische Miteinander und die exzellente Zusammenarbeit! Nicht zu vergessen die vielen ehrenamtlichen Helfer in den verschiedensten Funktionen. Zu guter Letzt gilt mein Dank unserer sportlichen Leitung und unseren Spielern. Leider haben wir das große Ziel Qualifikation für die Play-offs knapp verpasst. Noch nie seit unserem Aufstieg waren wir so nah dran.
Unser Blick geht jedoch bereits nach vorne – die neue Spielzeit wirft ihre Schatten voraus. Ich freue mich sehr, dass wir in den letzten Monaten unser Projekt Neugestaltung der Ostseite mit VIP- und Fan-Gastronomie erfolgreich planen konnten. Mit Beginn der neuen Saison 2011/12 können wir endlich unseren Fans und unseren VIP-Gästen ein zeitgemäßes, tolles Ambiente im Stadion am Pulverturm bieten.
Hinter den Kulissen wird auch fleißig an der Mannschaft gebastelt. Ich bin mir sicher, wir werden wieder ein konkurrenzfähiges Team stellen. In der neuen Saison unternehmen wir erneut den Anlauf, die Playoffs zu erreichen. Unsere Fans, Sponsoren und die gesamte Tigers-Familie hätten sie auf alle Fälle verdient!
Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sommer und freue mich auf ein Wiedersehen zum Volksfestpokal im Stadion am Pulverturm!

Herzliche Grüße!
Gaby Sennebogen


„Am Ende ist das Ergebnis enttäuschend“
Der Sportliche Leiter der Straubing Tigers, Jürgen Pfundtner, zieht ein zwiespältiges Saisonfazit
Von Michaela Retzerund Tobias Welck
Die Straubing Tigers haben es auch im fünften DEL-Jahr nicht geschafft, ihr großes Ziel, die Teilnahme an den Playoffs, zu erreichen. Dementsprechend zwiespältig fällt auch das Fazit des Sportlichen Leiters Jürgen Pfundtner aus.
Das Saisonziel lautete Platz zehn. Das wurde am Ende verfehlt. Eine Enttäuschung?
Jürgen Pfundtner:„Am Anfang war das Saisonziel, um Platz zehn mitzuspielen. Nach den ersten Wochen haben wir aufgrund der Ergebnisse das Saisonziel offensiver formuliert und Platz zehn als Ziel ausgegeben. Am Ende haben wir das Ziel versäumt, und das ist natürlich enttäuschend. Man hat gesehen, dass die Qualität ausgereicht hätte für einen Platz unter den ersten Zehn und wir qualitativ nicht schlechter waren als die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn. Insgesamt war es für mich die bislang mental und emotional anstrengendste Saison, weil es die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen gab.“
Welche Gründe gibt es dann, dass es trotzdem nicht gereicht hat?
Pfundtner:„Da gibt es mehrere: Das Wegbrechen von zwei für uns sehr wichtigen deutschen Verteidigern, Michael Bakos und Sebastian Osterloh, ist sicher ein Grund. Dazu kommt, dass die erste Reihe nach dem Deutschland-Cup nicht mehr die Form erreicht hat. Goren kam verletzt vom Deutschland-Cup zurück, Hahn hat auch seine Form nicht mehr gefunden. Und auch die Heimschwäche ist ein Grund. In der Zeit, in der wir richtig erfolgreich waren, war das auch meist nur auswärts der Fall. Wir haben vor eigenem Publikum oft keinen Weg gefunden, die Spiele zu gewinnen.“
Punkte- und tabellenmäßig bewegt man sich auf dem Niveau der Vorjahre, aber gefühlt war trotzdem eine Steigerung erkennbar. Auch für Sie?
Pfundtner:„Wir haben teilweise Top-Teams dominiert, konnten spielerisch einen Schritt nach vorn machen. Das nackte Tabellenbild, auf dem wir nur Augsburg hinter uns gelassen haben, ist aber sicher kein Erfolg. Am Ende ist das Ergebnis enttäuschend. Wir haben die entscheidenden Spiele verloren, das ist auch ein Mentalitätsproblem der Mannschaft gewesen. Das hat dazu geführt, dass der Umbruch am Ende größer ausfallen musste, als eigentlich geplant.“
Sie haben die Heimspiele angesprochen. Mit der zweitschlechtesten DEL-Bilanz kann man sicher nicht zufrieden sein.
Pfundtner:„Absolut nicht. Deshalb kam auch bereits Kritik in einer Phase auf, als wir noch weit oben in der Tabelle gestanden haben. Der Gegner hatte in der neutralen Zone zu viel Platz, die Emotionen, die Einstellung und vor allem das Selbstvertrauen haben gefehlt.“
Über die Trainerentlassung wurde viel diskutiert. Im Nachhinein: Kam sie zu spät, zu früh, war sie unnötig?
Pfundtner:„Wenn man immer unter den ersten zehn steht, ist es für Straubinger Verhältnisse sicher unangebracht, über eine Trainerentlassung nachzudenken. Ob der Zeitpunkt für die Entlassung zu früh oder zu spät war oder überhaupt notwendig war, ist reine Spekulation, daran beteilige ich mich nicht.“
Welche Lehren kann man aus dieser Saison ziehen?
Pfundtner:„Dass wir keine Verletzten haben dürfen und niemanden zum Deutschland-Cup schicken sollten. Nein, Spaß beiseite: Auch in der kommenden Saison werden wir Platz zehn als Ziel haben. Das ist unsere Rolle in der DEL und die müssen wir akzeptieren. Die Liga ist sehr eng, am Ende entscheiden Kleinigkeiten. Aber wir bleiben positiv und werden es im nächsten Jahr wieder versuchen.“

 
 


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