» Straubinger Tagblatt vom 07.09.2010

Nach dem Fehlstart ist Ruhe oberstes Gebot im Tigers-Lager
„Eine Saison ist ein langer Lauf und kein Sprint“, sagt Co-Trainer Jason Dunham
Gute Leistung in Mannheim macht Chefcoach Rumrich Mut für künftige Aufgaben
Null Punkte nach dem ersten Wochenende – diesen Saisonstart hatte man sich im Lager der Straubing Tigers nun wirklich ganz anders vorgestellt. „Aber eine Saison ist ein langer Lauf, wie ein Marathon, kein Sprint“, lässt Co-Trainer Jason Dunham keine Panik aufkommen.
Überhaupt ist Ruhe zu bewahren oberstes Gebot im Tigers-Lager. „In Mannheim war keinerlei Verunsicherung im Team zu spüren“, sagt Trainer Jürgen Rumrich. „Eigentlich müssen wir im ersten Drittel 2:0 oder 3:0 führen, und
 dann geht das Spiel sicherlich anders aus.
Das war eine ganz andere Vorstellung als gegen Krefeld.“ Die Pässe von hinten heraus kamen an, vorne wurden Torchancen kreiert, die Abwehr stand viel sattelfester und kompakter. Warum dies ausgerechnet zum Auftakt gegen die sicher nicht unschlagbaren Krefelder nicht funktionierte, bleibt ein Rätsel.
„Vielleicht weil es ein Auftaktspiel  war. Da nimmt man sich häufig viel vor und dann klappt nichts“, so Rumrich. Dass sich zum Auftakt Paralellen zum Vorjahr auftaten – schwaches Powerplay, fehlende Firepower im Sturm – möchte Rumrich ebenfalls nicht überbewerten. „Nach einem Wochenende kann man da sicher noch überhaupt keine Rückschlüsse ziehen.“ Immerhin kamen die am Freitag noch enttäuschenden ersten beiden Sturmreihen am Sonntag besser ins Spiel, wobei jedoch die Angriffsreihe mit Trew, Mapletoft und Stewart, der schon im Vorjahr die schlechteste Plus-Minus- Bilanz im Team hatte, bei drei der vier Gegentore am Wochenende auf dem Eis stand. „Aber Fehler passieren im Kollektiv“, vermeidet Rumrich Einzelkritik, lässt aber noch offen, ob es zum Wochenende hin Reihenumstellungen gibt. Offen freilich spricht der Coach die Leistung vom Freitag an: „Das war ein schlechts Spiel von uns, keine Frage.“
Das Potenzial im Team ist sicher da, das hat das Spiel in Mannheim gezeigt, aber nun gilt es am Wochenende
unbedingt zu punkten. Denn drei der nächsten vier Spiele bestreitet man zu Hause, zudem hat man an den beiden übernächsten Wochenenden jeweils nur ein Spiel und damit auch nur einmal die Möglichkeit zu punkten. Und dem Feld von Anfang an hinterherhinken möchte man nicht. „Sicher wissen wir, dass der Druck steigt. Aber von uns denkt niemand daran, jetzt noch weitere Spiele zu verlieren“, sagt Rumrich. Oder wie es Jason Dunham ausdrückt: „Das wird schon, ganz sicher.“
Sonderlob für Pätzold
Denn trotz der null Punkte und einiger offener Baustellen war nämlich auch am ersten Wochenende längst nicht alles schlecht: Bei Etatkrösus und Mitfavorit Mannheim ein Spiel auf Augenhöhe zu liefern, ist schon mal aller Ehren wert. Auch darauf, dass man in Unterzahl noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert hat, kann man aufbauen. Und
schließlich redet längst niemand mehr von Mike Bales, weil Torhüter Dimitri Pätzold bewiesen hat, dass
er genau der Rückhalt ist, den sich die Sportliche Leitung von ihm erhofft hat.
„Wenn wir so weitermachen wie in Mannheim, dann gewinnen wir am Wochenende auch.“ Gegen diese Aussage von Jürgen Rumrich hätte dann auch sicher niemand etwas einzuwenden.
Von Tobias Welck

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