» Straubinger Tagblatt vom 06.09.2010

Der Fehlstart ist perfekt – Straubing verliert in Mannheim knapp mit 1:2
Tigers steigern sich im Vergleich zum Freitag,fahren aber dennoch als Verlierer nach Hause
Goren und Hahn die Besten im Rumrich-Team – Elfring mit Pfostenschuss in der letzten Minute
(mir) Der Fehlstart ist perfekt! Nach dem verlorenen Heimspiel zwei Tage zuvor gegen Krefeld hatten sich die Straubing Tigers am Sonntagabend in Mannheim so viel vorgenommen. Letztlich fuhren sie allerdings mit einer 1:2-Niederlage nach Hause. Die Mannheimer SAP-Arena bleibt damit ein schlechtes Pflaster für Straubing. Auch im achten Spiel seit dem Aufstieg in die DEL konnten die Tigers den Bann nicht brechen und verloren zum achten Mal. Dabei konnte man den Gästen den Willen und die Einsatzbereitschaft keineswegs absprechen. Und auch die Zuordnung auf dem Eis und das Defensivverhalten funktionierten deutlich besser als gegen Krefeld, das sah auch ihr Chefcoach Jürgen Rumrich nach der Partie so: „Man hat gemerkt, dass wir nach dem schlechten Heimspiel unbedingt Punkte mitnehmen wollten. Wir haben zwar verloren, aber es war knapp, und ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“
Vor allem die Paradereihe um Goren, Hahn und Corazzini spielte immer wieder ihre Offensivstärke aus und brachte die Gastgeber in Bedrängnis. Auf der anderen Seite bot Tigers-Keeper Dimitri Pätzold eine fehlerfreie Partie. Die Tigers gingen mit der gleichen Aufstellung wie gegen Krefeld an den Start und schienen damit zumindest im ersten Drittel Erfolg zu haben. Man trat engagiert auf und hatte die deutlich besseren Möglichkeiten. Die Gastgeber wirkten dagegen nervös und suchten über weite Strecken ihre Abstimmung.
Nach zweieinhalb Minuten spielte Straubing zum ersten Mal in Überzahl, nachdem Tigers-Stürmer Karl Stewart in die Bande gecheckt worden war. Das Powerplay blieb jedoch erfolglos. Straubings Torhüter Pätzold vereitelte die wenigen Mannheimer Chancen, wie in der elften Spielminute von Ronny Arendt. Anschließend waren die Tigers am Zug. Straubings Paradeblock machte ordentlich Druck, und während Derek Hahn die Adler-Abwehr beschäftigte, nutzte Lee Goren den freien Platz zum Abschluss.
Endstation Brathwaite
Nach dem Führungstreffer hätte Straubing binnen vier Minuten durch Trew, Mapletoft und Schönberger den Vorsprung ausbauen können, scheiterte jedoch jeweils an Mannheims Torhüter Fred Brath-waite. Während dieser von seinem Trainer Harold Kreis ein Extralob bekam („Er hat heute herausragend gehalten. Ohne ihn hätte es nach zwanzig Minuten ganz anders ausgesehen“), haderte Straubings Coach mit der geringen Torausbeute: „Wir haben in den ersten zwanzig Minuten aggressiv gespielt, und das schien der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Aber wir hätten unbedingt das zweite Tor nachlegen müssen.“
Die vertanen Chancen sollten sich nämlich im Mittelabschnitt rächen. Die Adler fanden immer besser ins Spiel, während sich Straubing oft ins eigene Drittel zurückzog und sich auf die Abwehr konzentrierte. Es war erneut der spielstarke Goren, der das 2:0 für sein Team auf dem Schläger hatte. Letztlich konnten jedoch die Mannheimer jubeln, als Mario Scalzo in der 39. Spielminute den Ausgleich erzielte. Angesichts des Spielverlaufs und des Schussverhältnisses von 17:6 im Mitteldrittel ging dieser Spielstand auch absolut in Ordnung.
Was sich im zweiten Drittel schon angedeutet hatte, verstärkte sich in den letzten zwanzig Minuten. Mannheim war die spielbestimmende Mannschaft und schöpfte durch den frühen Führungstreffer in der 43. Spielminute durch Ronny Arendt eine Extraportion Mut. Dies bestätigte auch der Adler-Coach: „Mit dem Ausgleich und schließlich dem Führungstreffer kam jene Sicherheit in unser Spiel, die wir zu Beginn vermissen ließen.“ Sein Team spielte nun deutlich befreiter und kam noch zu einigen guten Torchancen, letztlich blieb es allerdings beim knappen, aber verdienten 2:1 für die Adler. Dass Straubings Verteidiger Calvin Elfring mit einem Schuss von der blauen Linie wenige Sekunden vor dem Abpfiff nur den Pfosten traf, passte ins Bild eines missglückten Saisonstarts. Doch schon am kommenden Wochenende können die Tigers auswärts im bayerischen Derby gegen Nürnberg und anschließend am Sonntag zu Hause gegen Iserlohn mit sechs Punkten den Fehlstart vergessen machen...
Adler Mannheim: Brathwaite – Pollock, Periard; Dietrich, Scalzo; Reul, Cespiva; Mapes, Ritter – Robinson, MacDonald, Kink; Klinge, Methot, Seidenberg; King, Papineau, Arendt; Mauer, El-Sayed, Plachta;
Straubing Tigers: Pätzold – Bakos, Ondruschka; Canzanello, Draxinger; Elfring, Osterloh; Brückner, Wilhelm – Meloche, Whitecotton, Schönberger; Goren, Hahn, Corazzini; Stewart, Mapletoft, Trew; Forster, Baindl Röthke;
Tore: 0:1 (10:52) Goren (Corazzini, Hahn); 1:1 (38:25) Scalzo (Arendt, King); 2:1 (42:06) Arendt (Papineau, Scalzo);
Strafminuten: 6 – 6;
Schiedsrichter: Piechaczek (Mosler, Starke);
Zuschauer: 7680.

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