» Straubinger Tagblatt vom 24.07.2010

Probevertrag und stark reduzierte Bezüge
Der letzte Neue wird ein alter Bekannter: Karl Stewart
Kanadier will unbedingt seine „zweite Chance“ nutzen
(wk) Selbstkritik ist für viele Eishockey-Spieler ein Fremdwort. Bei Karl Stewart ist das anders: Der Kanadier kam nach der letzten Saison ins Büro von Manager Jürgen Pfundtner und gab klar zu verstehen, dass er von seiner eigenen Leistung enttäuscht sei, er viele Dinge bei seinem Europa- Debüt unterschätzt habe, aber alles dafür tun werde, um eine zweite Chance zu erhalten und unbedingt nach Straubing zurückkehren wolle. „Wir sind damals schon überrascht gewesen von seiner Offenheit. Das spricht für seinen guten Charakter. Und wir haben ihm versprochen, dass wir in jedem Fall Kontakt halten werden“, so Jürgen Pfundtner. Dieser Kontakt ist in den letzten Wochen intensiviert worden. Und am Ende hat Karl Stewart tatsächlich einen sehr leistungsbezogenen Kontrakt inclusive einer zweimonatigen Probezeit akzeptiert. Damit ist der Kader der Tigers komplett, denn Stewart besetzt die bislang noch vakante Position im zweiten Sturm. „Er ist topmotiviert, hat reduzierte Bezüge samt Probephase geschluckt und will beweisen, dass er wesentlich mehr kann, als er im ersten Jahr in Europa zeigen konnte. Wir als Club gehen bei dieser Konstellation kein Risiko ein“, sagt Jürgen Pfundtner. Auch die Tatsache, dass die Tigers den Kanadier bei positivem Verlauf der Vorbereitung Ende August für die neue DEL-Saison lizenzieren und dann den Vertrag nach Ende der Probezeit eventuell doch nicht verlängern, sieht der Manager gelassen.
„Wir haben in den letzten Monaten verstärkt auf die deutsche Schiene gesetzt und dadurch gezielt Kontingentstellen gespart. Mit Karl Stewart hätten wir dann zu Saisonstart auch erst neun Ausländerstellen besetzt. So gesehen haben wir auch in diesem Bereich immer noch Alternativen, falls es nicht klappen sollte.“
Bezahlbare Alternative
Davon geht man im Lager der Straubinger aber nicht aus, denn: „Karl hat letztes Jahr in der Vorbereitung und speziell in den letzten sechs bis acht Wochen der Hauptrunde gezeigt, dass er das Spielsystem in Europa verstanden hat.“ Jürgen Pfundtner weiß aber auch, dass dazwischen viel Leerlauf war. Hinzu kam eine Bänderdehnung im Knie, später der Druck mit zwei überzähligen Ausländern. „Aber Stewart hat immer alles versucht, war immer positiv und hat sich reingehängt.“ Und letztlich hat natürlich auch der Punkt Finanzen den Ausschlag für Stewart gegeben. Pfundtner sagt: „Unser Etat ist ausgereizt. Wir hätten ohnehin keinen etablierten AHL-Spieler, geschweige denn einen DEL-Ausländer holen können. Die bezahlbaren Alternativen waren für uns unbekannte Scorer aus der drittklassigen ECHL. Da ist das Risiko gegenüber Karl Stewart ungleich höher“, so Pfundtner. Und noch ein Aspekt sprach am Ende für den kleinen Wirbelwind: Stewart ist heiß auf den Start der Vorbereitung, er kennt die Verhältnisse in Straubing und ist innerhalb des Teams akzeptiert. „Natürlich hätten wir auch bis in den September hinein warten und auf ein Schnäppchen aus Übersee hoffen können. Doch letztlich haben sich auch unsere Trainer für die Lösung mit Stewart ausgesprochen, weil sie dann mit dem kompletten Kader in die Vorbereitung starten können“, so der Sportliche Leiter. Das heißt: Drei Torhüter, acht Verteidiger sowie jetzt zwölf Stürmer, die alle um einen Stammplatz im neuen Tigers- Team für die Saison 2010/11 kämpfen.




Die neuen Gesichter der Straubing Tigers
Jan Guryca versichert: „Ich werde mich in den Dienst der Mannschaft stellen“

Der Back-up-Torhüter will im fünften Anlauf endlich in der DEL Fuß fassen
Von Michaela Retzer
Der französische Ort Chamonix in der Region Rhône-Alpes ist jedem ein Begriff, der sich für Wintersport interessiert. 1924 war er Schauplatz der ersten olympischen Winterspiele und entwickelte sich in den Folgejahrzehnten zu einem international renommierten Skiort mit dem weltbekannten Mont Blanc. Doch was hat Chamonix mit Straubings neuem Back-up Jan Guryca zu tun? Ganz einfach: Sein Vater ist gebürtiger Tscheche und war früher selbst Eishockeyspieler. 1982 stand er gerade in Chamonix unter Vertrag, als sein Sohn geboren wurde. Erst fünf Jahre später zog er mit Frau und Kind nach Deutschland, und so besitzt Guryca junior nun nicht nur beide Staatsbürgerschaften, sondern spricht auch fließend französisch.
Seine Eishockeykarriere begann Jan Guryca beim Nachwuchs des EC Bad Nauheim, bei dem er in der Saison 2000/01 sein Profidebüt feierte. 2003 wechselte er zum Oberligisten Schweinfurt, ehe er vier Jahre später zu den Eisbären Regensburg in die zweite Liga ging. Seit 2007 stand er schließlich in Bremerhaven unter Vertrag. Bei all seinen bisherigen vier Stationen war der mittlerweile 27-Jährige für einen Kooperationspartner in der DEL spielberechtigt, namentlich Frankfurt, Düsseldorf, Nürnberg und Hannover, zu einem Einsatz in der höchsten Spielklasse reichte es jedoch nie. Und auch bei seinen Stammvereinen war er oft nur Back-up, so wie in der vergangenen Saison, als er 19 Spiele für Bremerhaven bestritt. Seine Einsätze waren dabei stets solide, aber nicht überragend.
Endlich ein DEL-Spiel...
So hofft er nun, bei den Straubing Tigers endlich in der DEL Fuß fassen zu können. „Natürlich war ich überrascht, aber auch erfreut über das Angebot. Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung und darauf, dass ich in der DEL sein kann und vielleicht das eine oder andere Spiel bestreiten darf. Ich hoffe und werde alles dazu beitragen, dass wir endlich die Playoffs erreichen“, so Guryca. Dass er aber definitiv nur die zweite Geige spielen wird, da Straubing mit Nationalkeeper Dimitri Pätzold auf eine klare Nummer eins setzt, ist ihm bewusst. „Ich weiß sehr genau, unter welchen Voraussetzungen mich Straubing geholt hat. Ich werde um  meine Chance kämpfen und mich in den Dienst der Mannschaft stellen“, verspricht Guryca, der sich selbst als ruhig und zurückhaltend beschreibt. Von seinen menschlichen Qualitäten ist auch Chefcoach Jürgen Rumrich überzeugt: „Jan ist ein fleißiger Arbeiter, absolut unkompliziert und hat einen guten Charakter.“
Einen ersten Kontakt mit Straubing gab es indirekt bereits in der Saison 2006/07, als er beim Pokalspiel der Tigers gegen Regensburg in der Donau-Arena bei den Gastgebern im Tor stand und mit einer hervorragenden Leistung am Ende einen überraschenden 3:2-Außenseitersieg für die Oberpfälzer sicherte.
Aus dieser Zeit kennt er auch den letztjährigen Back-up der Tigers, Markus Janka. „Ich habe natürlich mit ihm über Straubing gesprochen, und er hat nur Gutes berichtet“, erzählt der 1,80 Meter große und 83 Kilogramm schwere Torhüter. Von Janka erfuhr er auch von der Kunststoffeisfläche im Vitadrom, auf die er sich vor dem Beginn der Vorbereitung besonders freute: „Markus hat sehr davon geschwärmt, aber auch gesagt, dass da sehr viel Schweiß fließen wird. Und genauso war es auch. Das bisherige Training ist super gelaufen, aber es war irre anstrengend.“ Doch zum Glück bietet seine neue Wahlheimat auch genügend Erholungsmöglichkeiten, wie Guryca und seine Freundin seit ihrer Ankunft am 8. Juli bereits feststellen konnten: „Wir haben schon ein bisschen was von der Stadt gesehen. Gerade bei dem tollen Wetter ist es sehr schön, über den Stadtplatz zu gehen und die vielen Leute zu sehen, die in den ganzen Cafés sitzen.“ Daneben spielt er wie viele seiner Kollegen hin und wieder Golf, kümmert sich um seinen Hund oder „macht die üblichen Dinge wie Playstation spielen oder DVD schauen, die auch bei langen Auswärtsfahrten als Zeitvertreib geeignet sind.“ Die neue Umgebung passt also, was noch fehlt, ist der sportliche Erfolg, doch auch davon ist Guryca überzeugt: „Die Mannschaft ist sehr vielversprechend und die Jungs sind alle gute Charaktere. Das macht mich sehr optimistisch.“



Sandsack statt Puck und Schläger
Zweimal in der Woche bittet Gerd Müller die Straubing Tigers im Vitadrom zum Boxtraining
Die Tigers-Cracks stehen nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen unter Dampf, schon beim
vormittäglichen Kraft-Training im Vitadrom fließt der Schweiß in Strömen, aber so richtig ausgepowert wirken
die Jungs erst nach dem Boxtraining: Dreimal drei Minuten Seilspringen mit einer Minute Pause als Warm-up bei gefühlten 40 Grad im Squash-Court treiben den Puls nach oben. Übungen an Sandsack, der Punching-Figur
„Herrmann“ (wie sie Tobias Draxinger liebevoll getauft hat, während er die Figur weniger liebevoll malträtiert), gegenseitiges Sparring, Medizinballübungen (Magath lässt grüßen) usw. machen den Cracks dennoch sichtlich Spaß.
Die Übungen variieren in schneller Folge, es wird – wie es im Jargon so üblich heißt – „hart gearbeitet“, doch der Flachs blüht dennoch.
Eishockey und Boxtraining? Passt das überhaupt zusammen? Sollen etwa die Fights auf dem Eis intensiviert werden? Natürlich nicht, denn „es ist eine willkommene Abwechslung im Trainingsablauf, und die Spieler haben viel Spaß dabei“, betont Trainer Jürgen Rumrich, der diese Einheiten als Aktiver aus eigener Erfahrung kennt.
Trainer beim Boxen ist Gerd Müller, der schon im letzten Jahr auf Rumrich zugekommen ist und anbot, die Tigers zu unterstützen. Beide kamen schnell überein, dass dies dem Team nur Vorteile bringt. Nach den ersten Erfolgen gehört das Boxtraining nun zum festen Vorbereitungsprogramm.
„Nein, mit Fußball habe ich nichts zu tun“, lacht der 48-Jährige mit dem markanten Namen, der in seiner Kindheit in der Eishockeyschülermannschaft des TSV selbst dem Puck nachjagte. „Seit 30 Jahren bin ich dem Boxsport verbunden und seit zehn Jahren leite ich das Boxtraining hier im Vitadrom“, erzählt der ehemalige Schwergewichts-Boxer, der die Tigers- Cracks zweimal in der Woche jeweils eine Stunde lang mit Bedacht schindet, denn Dehnübungen  und Stretching gehören genauso zum Programm.
„Intensives Boxtraining erhöht die Schnellkraft, Kondition, Ausdauer und Reaktion“, fasst Müller die wichtigsten Eigenschaften zusammen. „Eishockeyspieler trainieren in der Vorbereitung vor allem die Beinkraft, beim Boxen steht der Oberkörper im Mittelpunkt. Ziel ist die Kräftigung des Oberkörpers, vor allem im Schulter- und Armbereich. Das ist eine gute Vorbereitung aufs Schusstraining. Durch das Sparring wird die Reaktionsfähigkeit der Spieler geschult. Man merkt, dass sie Profi-Sportler sind, sie können die Anforderungen wesentlich schneller umsetzen und können die Leistungen schneller steigern.“ Und Chefcoach Rumrich ergänzt: „Spieler wirken nach dem Krafttraining
etwas hüftsteif, das Boxtraining  hilft ihnen beweglicher zu werden. Das ist auch wichtig im Hinblick auf das bevorstehende Eistraining.“ Das Boxtraining wird deshalb als Ergänzung und Abwechslung auch während der Saison durchgeführt.

 
 


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