» Straubinger Tagblatt vom 05.12.2008
Wieder ein typisches Straubinger Spiel in dieser Saison
Und ewig grüßt das Murmeltier: Tigers sind nicht viel schlechter, aber erneut ohne Punkte

3:4 in Frankfurt: Schwaches Penalty-Killing, fehlende Effizienz und entscheidender Goalie-Fehler
(wel) Und ewig grüßt das Murmeltier: Auch die 3:4-Niederlage beim neuen Spitzenreiter Frankfurt war typisch für die Spiele der Straubing Tigers in dieser Saison: Eigentlich nicht schlechter als der Gegner mit ausgeglichenem Schuss- und Chancenverhältnis bot man über weite Strecken „Coast-to-Coast-Hockey“, ließ aber vor dem gegnerischen Tor die Effizienz vermissen.
Dazu kommen schlechte Special- Teams - Frankfurt erzielte bei sieben Powerplay-Möglichkeiten alle vier Treffer, Straubing war bei ebenso vielen Powerplay-Möglichkeiten nur einmal erfolgreich - und in der entscheidenden Phase ein Fehler des Torhüters. Beim Stand von 3:3 ließ Mike Bales gut sechs Minuten vor dem Ende einen eigentlich harmlosen Schuss passieren.
Kein Wunder, dass Trainer Bob Manno wieder einmal total bedient war: „Es ist schwer zu diesem Spiel jetzt etwas zu sagen. Wir haben hart gekämpft, haben bei Fünf-gegen-Fünf sehr gut gespielt, aber die Special-Teams haben zu unseren Ungunsten entschieden. Das Bemühen des Teams war zu spüren, aber letztendlich hat uns dann eine dumme Strafzeit am Ende um den möglichen Erfolg gebracht.“ Da konnten auch wieder einmal die bekannten Worte eines Gegnertrainers nicht viel helfen: „Straubing war bei Fünf-gegen-Fünf die bessere Mannschaft und deshalb bin ich am Ende nur mit den drei Punkten zufrieden“, so Rich Chernomaz.
Schlechter hätte die Partie für die Straubing Tigers nicht beginnen können: Schon nach zwölf Sekunden traf Billy Trew Lions-Verteidiger Lasse Kopitz mit dem Schläger im Gesicht und musste dafür auf die Strafbank. Und prompt nutzten dies die Frankfurter zum frühen 1:0 nach nur 93 Sekunden: Der aufgerückte Slaney wurde mustergültig bedient und traf in den Winkel. Dieser Treffer gab den Gastgebern Aufwind und Mike Bales musste in der Folge gegen Slaney und Langfeld seine Klasse beweisen. Im Lauf des Drittels kamen die Tigers aber besser in die Partie, vergaben aber wieder einmal beste Möglichkeiten. So probierten es Frosch (7.) und Chouinard (10.) bei Zwei-gegen-Eins-Kontern selbst, anstatt den besser postierten Mitspieler zu bedienen. Und auch eine über einminütige doppelte Überzahl blieb ergebnislos, weil man auch hier zu wenig Durchschlagskraft vor dem Tor zeigte. Ein Schuss von Elfring, bei dem Gordon glänzend reagierte, was die einzige „Ausbeute“.
Wieder einmal „Coast-to-Coast-Hockey“ in einem Auswärtsspiel boten die Straubing Tigers auch im Mitteldrittel. Das ging lange Zeit gut, weil Taylor (22.) einen Alleingang gegen die zu weit aufgerückten Tigers vergab und Bales gegen Young Sieger blieb (32.). Zuvor nutzten die Straubinger ihr zweites doppeltes Powerplay zum verdienten Ausgleich. Hussey wurde mustergültig bedient und musste am langen Eck nur noch vollstrecken (26.). Straubing marschierte nun, musste aber in der eigenen Defensivzone Fouls nehmen, die die Frankfurter prompt bestraften. Jeweils in Überzahl und im Nachschuss trafen Heerema (34.) und Slaney (37.). Als Frankfurt mit der scheinbar sicheren Führung gedanklich schon in der Drittelpause war, schalteten die Straubing Tigers unmittelbar vor der zweiten Pause schnell, ließen das Drittel nicht locker ausklingen, sondern suchten mit einem Steilpass noch einmal ihre Chance. Die Gastgeber waren davon überrascht, nach einem weiteren Querpass stand Whitecotton frei vor dem Gehäuse und traf genau fünf Sekunden vor der Drittelsirene zum Anschluss.
Und es kam noch besser: Denn nach gutem Zusammenspiel zwischen Frosch und Whitecotton stand letzterer frei vor dem Tor, vernaschte Torhüter Gordon und traf zum 3:3-Ausgleich (43.). In der Folge riskierten nun beide Mannschaften nicht mehr alles und spielten weitaus weniger offen als vorher. Doch während die Tigers zwei weitere Überzahlspiele nicht nutzen konnten, schlugen die Frankfurter erneut im Powerplay entscheidend zu. Einen eigentlich harmlosen Fernschuss von Biron ließ Bales durch die Schoner (54.). Es war der vierte Überzahltreffer der Gastgeber. Damit war die Partie entschieden, denn trotz aller Bemühungen blieb Straubing der durchaus mögliche und eigentlich auch nicht unverdiente Teilerfolg versagt.
'Frankfurt Lions: Gordon - Slaney, Kopitz; Biron, Armstrong; Bresagk, Ward - Kavanagh, Hahn, Langfeld; Heerema, Taylor, Young; Danner, Oppenheimer, Wörle; Gawlik;
Straubing Tigers: Bales - Klemm, Wilhelm St.; Lehner, Elfring; Canzanello, Skolney - Trew, Hussey, Maloney; Meloche, Chouinard, Retzer; Frosch, Whitecotton, Bassen; Schnitzer, Dunham, Wilhelm Th.;
Tore: 1:0 (1:33) Slaney (Hahn, Kavanaugh - 5-4), 1:1 (26:13) Hussey (Trew, Maloney - 5-3), 2:1 (33:35) Heerema (Biron, Young - 5-4), 3:1 (36:00) Slaney (Kopitz, Hahn - 5-4), 3:2 (39:55) Whitecotton (Schnitzer, Bassen), 3:3 (42:52) Whitecotton (Frosch, Bassen), 4:3 (53:26) Biron (Young, Heerema - 5-4);
Strafminuten: 18 - 18;
Schiedsrichter: Stephan Kadow (Eppelheim);
Zuschauer: 6200.




Pinguine nach zwei Pleiten heiß auf Tigers
Einsatz von Goalie Langkow fraglich – Bisherige Bilanz spricht für Straubing
(mir/rem) Konstanz – davon hätten die Krefeld Pinguine im Moment gerne ein Stück mehr. Von Rang eins rutschte der Sonntagsgegner der Straubing Tigers (Beginn: 18.30 Uhr) in den vergangenen Wochen auf Platz fünf ab.
Die November-Bilanz ist ähnlich ernüchternd wie die der Tigers: Das Team von Trainer Igor Pavlov holte lediglich neun Punkte aus acht Spielen. Die Niederlagen vier und fünf im November kassierte man zuletzt gegen Iserlohn und Frankfurt.
Stürmer Daniel Pietta sieht darin allerdings noch keinen Grund zur Beunruhigung: „Eigentlich sieht es im Moment ganz gut aus bei uns. Wir haben zwar die letzten zwei Spiele verloren, davor aber gegen Mannheim und Köln gewonnen, was ja auch nicht gerade die schlechtesten Mannschaften sind.“
Die schwachen Vorstellungen seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen erklärt der 22-Jährige so: „Wir haben einfach nach der Länderspielpause Anfang November nur schwer wieder in unseren Rhythmus gefunden.“
Einen Zusammenhang zwischen der schlechten Monatsbilanz und dem verletzungsbedingten Ausfall von Stammtorhüter Scott Langkow in den vergangenen vier Partien (Muskelfaserriss in der Leiste; Einsatz fraglich) gibt es dabei augenscheinlich nicht, das sieht auch Pietta so: „Unser Backup Danijel Kovacic hat seine Sache ganz gut gemacht. Er hat ja letztes Jahr schon zehn bis zwölf Spiele für uns gemacht und gezeigt, dass er ein guter Mann ist. Wenn er im Tor ist, stehen wir defensiv ein bisschen besser. Da ist dann die ganze Mannschaft gefragt.“
Nach zwei Kurzeinsätzen hatte Kovacic sein „echtes“ Debüt in dieser Saison gegen Köln gegeben und beim 6:0 der Pinguine auch gleich einen Shutout gefeiert. Auf einen weiteren Sieg gegen Mannheim folgten schließlich die Niederlagen des vergangenen Wochenendes.
Stephens Top-Scorer des KEV
Die Statistiken dieser Saison sprechen trotz der Talfahrt im November für sich: Krefeld lässt mit Abstand die wenigsten Schüsse zu und kassierte dementsprechend bisher auch lediglich 64 Gegentore. Und auch im Angriff zählt man zu den besten Teams der Liga, nur Düsseldorf und Wolfsburg schossen mehr Treffer. Charlie Stephens, Herberts Vasiljevs und Boris Blank, Paradereihe der Krefelder, sammeln fleißig Scorerpunkte und liegen teamintern auf den ersten drei Plätzen, gefolgt von Verteidiger Richard Pavlikovsky, dessen Punkteausbeute (23 Punkte in 26 Spielen) ihm von so manchem DEL-Stürmer neidische Blicke einbringen dürfte.
Die Offensivqualitäten der Pinguine treffen allerdings nicht auf alle Situationen zu: Ein großes Manko ist neben der allgemein fehlenden Konstanz das Powerplay, in dem man schlichtweg zu uneffektiv und unkreativ arbeitet. „Wir trainieren Woche für Woche intensiv unser Überzahlspiel, aber irgendwie klappt es trotzdem nicht so recht“, muss daher auch Pietta zähneknirschend feststellen.
Gut also für die Straubing Tigers, dass man auch bei ihrem nächsten Heimgegner Schwächen ausfindig machen kann. Ein Sieg ist daher durchaus machbar, zumal die Krefelder erst eine der bisherigen vier Partien in Straubing für sich entscheiden konnten.
Aufstellung der Krefeld Pinguine: Langkow, Kovacic – Pavlikovsky, Milo, Schopper, Fahey, Akdag, Fortin – Stephens, Blank, Vasiljevs, Payer, Loyns, Verwey, Hager, Pietta, Stephenson, Endraß, Huebscher, Driendl, Riefers, Proyer;
Schiedsrichter: Jablukov (Aicher, Barth).



Würdigung einer zentralen Figur in der Straubinger Eishockey-Geschichte
„Jiri, Jiri, noch einmal, es war so wunderschön“

Jiri Wabnegger zu Ehren wird am Sonntag sein Trikot mit der Nummer 4 unters Hallendach gezogen
„Jiri, Jiri noch einmal, es war so wunderschön.“ Vielen Straubinger Eishockey-Fans der 70er Jahre klingt das Lied noch heute in den Ohren. Er war oft zu hören im Stadion am Pulverturm, immer dann, wenn Jiri Wabnegger für die Weiß-Blauen getroffen hatte.
Keine Frage, der kleine, wieselflinke Tscheche war eine zentrale Figur in der Straubinger Eishockey-Geschichte. Erst auf dem Eis, später hinter der Bande, wo er viele Jahre als Nachwuchstrainer arbeitete und bei vielen Straubinger Talenten den Grundstein für ihre Karriere legte. „Ich habe Jiri eine Menge zu verdanken“, sagt zum Beispiel Schorsch Franz. „Ich habe gerade im Schlittschuhlaufen bei ihm viele Dinge gelernt, die andere Trainer gar nicht kannten.“ Und Trainer gab es in der Karriere des 135-fachen deutschen Nationalspielers viele – und auch das waren keine schlechten.
Wabneggers Verdienste um das Straubinger Eishockey werden jetzt gewürdigt. Am Sonntag wird das Trikot mit der 4 unters Stadiondach gezogen. Diese Nummer wird kein Straubinger Spieler mehr tragen.
Warum diese Ehrung erst jetzt, sechs Jahre nach dem Tod von Jiri Wabnegger, der leider nur 62 Jahre alt wurde? „Das hat mehrere Gründe“, sagt Thomas Engl. Der Geschäftsführer der bundesweiten Fachzeitung Eishockey NEWS ist der Initiator der Aktion. „Die Stadionschließung ist ein Eckpfeiler in der Eishockey-Geschichte unserer Stadt. Da werden viele Erinnerungen wach.“ Ebenso wie durch das Buch „Der Stolz einer Stadt – Eishockey in Straubing“, das zu Saisonbeginn erschienen ist und in dem Autor Willi Lüdeking ausdrücklich die zentrale Rolle und die Verdienste von Jiri Wabnegger herausstellt. „Wir müssen das Andenken an unsere verdienten Spieler, Trainer und Funktionäre hoch halten. Auch davon lebt unser Sport.“
Nach Günter Lupzig (Nummer 14) und Doug Kirton (Nummer 11) wird Wabneggers Nummer 4 das dritte Trikot sein, das in Zukunft unterm Hallendach hängt. Dazu kommt ein Trikot mit dem Namen von Trainer Olle Öst, der mit den Straubing Tigers in der Saison 2005/06 den Aufstieg von der 2. Bundesliga in die DEL verwirklicht hat - der sportlich größte Erfolg in der nunmehr 67-jährigen Geschichte des Straubinger Eishockeys.
Ersatz für Landsmann Zdenek Haber
Jiri Wabnegger war 30 Jahre alt, als er 1970 nach Straubing kam. In der Saison zuvor hatte der Tscheche den Sprung in den Westen gewagt und beim VER Selb angeheuert. Sein Freund und früherer Teamkollege Zdenek Haber war in Straubing untergekommen. Beide hatten nur für ein Jahr ein Visum und das wurde nicht verlängert. So ging Haber zurück nach Pilsen, Wabnegger und seine Frau Ingrid und Töchterchen Maritta aber blieben im Westen und nahmen das Angebot an, in Straubing die Stelle von Haber einzunehmen.
Die Niederbayern wussten, was sie da für einen tollen Fang gemacht hatten. Wabnegger hatte zehn Jahre für Skoda Pilsen in der Staatsliga – der höchsten Liga der damaligen Tschechoslowakei – gestürmt und vertrat seine Landesfarben mehrmals in der Junioren-Nationalmannschaft. Dieser Mann musste in Straubing eingebunden werden.
Bei der Volksbank in Straubing wurde er als Kraftfahrer eingestellt, wo er auch die Freiräume für seine Arbeit in der Nachwuchsarbeit des TSV Straubing fand. „Jede Sportart muss in der Jugend Begeisterung wecken“, war sein Leitmotiv.
Und Begeisterung definierte Wabnegger über Leistung. „Jiri war sehr akribisch“, erinnert sich Schorsch Franz. „Er hat die einzelnen Spieler immer und immer wieder auf ihre Fehler hingewiesen, dasselbe üben lassen und noch einmal dasselbe. Solange, bis es geklappt hat.“
Man kann sich heute darüber streiten, was den wahren Wert von Jiri Wabnegger für das Straubinger Eishockey ausgemacht hat. War es der Spieler, der von der Saison 1970/71 bis einschließlich 1977/78 maßgeblich daran beteiligt war, dass der TSV Straubing von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga durchmarschierte? Oder war es der Trainer, der nicht nur eine neue Qualität in das Spiel der 1. Mannschaft brachte, sondern vor allem im Nachwuchs über Jahrzehnte dafür sorgte, dass es immer wieder junge Spieler gab, die den Sprung in den Seniorenbereich schafften?
Für Gerold „Gare“ Schmid ist das keine Frage: „Was Jiri für unseren Nachwuchs geleistet hat, das lässt sich in Worten gar nicht ausdrücken“, sagt der heute 63-Jährige, der seit Anfang der 80er Jahre im Nachwuchsbereich an vorderster Front aktiv war und zudem von 1991 bis ’94 als Eishockey-Obmann fungierte.
Ein Leben für das Eishockey
Jiri Wabnegger lebte für das Eishockey. Auf dem Eis stellte er die höchsten Ansprüche – an seine Schüler, seine Mitspieler und vor allem an sich selbst. Das war vielleicht mit ein Grund, warum seine Depressionen, unter denen er sein Leben lang gelitten hat, mit zunehmenden Alter immer größer wurden. Mit jedem Jahr wurden die Gipfel kleiner, die Täler länger und tiefer. Aus einem davon kam Jiri Wabnegger nicht mehr zurück. Am 13. März 2002 wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Alles spricht dafür, dass er freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Von seiner Familie hatte er sich Monate zuvor getrennt. Ingrid Wabnegger erinnert sich lieber an die schönen Jahre an der Seite ihres Mannes.
Für den war das Glück zu Greifen, wenn er wieder einmal den gegnerischen Torhüter mit einem seiner berühmten Bauerntricks verladen hatte und die Fans auf den Rängen ihr Lied anstimmten „Jiri, Jiri noch einmal, es war so wunderschön...“ Dann war die Welt für ihn in Ordnung. Vielleicht wird dieses Lied am Sonntag noch einmal durch das Eisstadion am Pulverturm klingen. So wie einst. Zu Ehren von Jiri Wabnegger.
Peter Schnettler
 


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