» Straubinger Tagblatt vom 31.10.2008
Noch zwei Spiele vor der Deutschland-Cup-Pause
Sechs-Punkte-Wochenende nicht unmöglich: Mannos Mannen peilen 50-Prozentmarke an

Aufstellung gegen Köln und Ingolstadt fast unverändert – Nur Fragezeichen hinter Wade Skolney
(mb) Noch zwei Spiele stehen vor der Deutschland-Cup-Pause für die Straubing Tigers auf dem Programm. Sowohl Auswärtsgegner Kölner Haie am heutigen Freitag (Beginn 19.30 Uhr) als auch der ERC Ingolstadt, der am Sonntag an den Pulverturm kommt, sind dabei aktuelle Tabellennachbarn.
„Die Haie hatten einen ziemlich schlechten Start“, rechnet sich Tigers-Coach Bob Manno durchaus Chancen bei den Kölnern aus. „Bei ihnen scheint die Chemie im Team derzeit nicht hundertprozentig zu stimmen. Dennoch bin ich der Meinung, dass sie eigentlich nicht dort hingehören, wo sie derzeit stehen.“ Das ist nämlich nur Rang 13. Nach einer Serie von sieben Niederlagen in Folge zu Beginn der Saison haben sich die Haie aber zuletzt gefangen: Vier der letzten fünf Spiele wurden gewonnen, damit haben sie derzeit einen Punkt weniger als die Tigers.
Für die Straubinger ist das Spiel erneut der Anlauf, einen dritten Sieg in Serie zu landen – so wie schon vor knapp zwei Wochen nach dem ersten Sechs-Punkte-Wochenende der Saison. „Der Unterschied zu damals ist nur, dass wir diesmal ein Auswärtsspiel haben“, sagt Manno. „Vor zwei Wochen hatten wir die Chance, daheim den dritten Sieg in Serie zu schaffen. Das war eigentlich einfacher.“ Viel wichtiger als der dritte Sieg nacheinander ist für den Coach aber, dass es an diesem Wochenende wieder drei Punkte werden. „Mit drei weiteren Punkten wären wir voll im Rennen.“
Ganz einfache Rechnung
Manno hat nämlich eine ganz einfache Rechnung aufgestellt: „Wenn du jedes Wochenende die Hälfte der möglichen Punkte holst, ist das schon fast perfekt, denn damit qualifizierst du dich in der Liga für einen Playoff-Platz.“ Derzeit allerdings hängen die Tigers dieser 50-Prozent-Quote noch ein wenig hinterher. Aktuell 20 Punkte aus 16 Spielen bedeuten 41,6 Prozent, bei einem erneuten Sechs-Punkte-Wochenende wäre man allerdings schon bei 48 Prozent.
Antreten wird man dabei mit fast derselben Aufstellung wie am vergangenen Sonntag. Wade Skolney, der eine Beinverletzung hat, wird höchstwahrscheinlich nicht zum Einsatz kommen. Auch Thomas Wilhelm, der nach seiner Schulterverletung an seinem Comeback arbeitet, wird – wenn überhaupt – nur sporadisch Eiszeit erhalten. „Ich möchte keinen der beiden verheizen“, sagt Manno. „Gerade eine Schulterverletzung, so wie sie Wilhelm hat, ist nichts, womit man spaßen sollte. Wenn sie nicht ganz verheilt ist, wird sie noch schlimmer, sollte wieder etwas passieren.“ Wilhelm soll aber auf der Bank sitzen und zumindest den einen oder anderen Wechsel machen. „Ich möchte, dass sowohl er als auch Wade Skolney nach der Länderspielpause hundertprozentig fit sind.“
Nicht nur Scorerpunkte wichtig
So bleiben also im Sturm die Reihen Chouinard, Trew, Frosch, sowie Hussey, Meloche, Maloney; und Schnitzer, Whitecotton, Bassen. „Gerade Eric Chouinard war für mich in den vergangenen drei Wochen neben Jon Klemm der beste Spieler. Er hat so viele richtige Entscheidungen getroffen. Vor allem in Überzahl ist er enorm wichtig für unser Spiel – und da sind wir zurzeit die drittbeste Mannschaft der Liga.“
Dabei gehe es nicht immer nur um die Scorerpunkte, sagt der Trainer. Von denen hat nämlich Chouinard in den letzten fünf Spielen nur drei gemacht. Bestes Beispiel dafür sei Dustin Whitecotton, (erst ein Tor und eine Vorlage). „Seine Rückkehr hat uns enorm viel gebracht. Ich habe jetzt drei starke Center. Whitecotton hat einen Plus/Minus-Wert von +2. Ich hätte nichts dagegen, wenn er die ganze Saison kein Tor mehr schießt und dafür mit seinem Defensivspiel mit dafür sorgt, dass wir kein Tor mehr bekommen. Denn auch so hilft er der Mannschaft ungemein. Das erkennen viele nicht.“
Das Duo Whitecotton/Frosch lässt Manno absichtlich getrennt – momentan: „Das liegt an den Verletzung von Darin Olver und Christian Retzer“, begründet Manno. „Die Reihe mit den dreien hat sehr gut harmoniert, aber solange Olver ausfällt, muss ich mir etwas anderes einfallen lassen. Retzer muss jetzt in der Defensive ran.“
Die nächste Möglichkeit, Förderlizenzspieler aus Bad Tölz einzusetzen, besteht übrigens am 5. Dezember, wenn die Tigers in Frankfurt spielen und die Tölzer spielfrei haben. „Gerade vor Weihnachten, wenn sich die Spiele häufen, wird das Team auch verletzungsanfälliger. Je mehr Spiele man hat, desto länger dauert die Erholungsphase. Da ist man dann oft auch auf dem Eis nicht mehr so fit und dann passieren Verletzungen. Das ist der ganz normale Lauf der Dinge.“

ERC will sich aus Tabellenkeller schießen, doch das Problem liegt in der Sturmflaute
Ingolstadt am Sonntag, 18.30 Uhr, zu Gast – Manager Abstreiter: „Brauchen kleine Siegesserie“
(mir) Enttäuschte Gesichter sowohl bei Spielern als auch Fans sieht man derzeit beim Sonntagsgegner der Tigers, dem ERC Ingolstadt. Mit 15 Punkten nach immerhin schon 17 Spieltagen stehen die Panther für viele überraschend auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Trainer Benoit Laporte muss daher vor allem versuchen, seiner Mannschaft ihr Selbstvertrauen zurückzugeben. Manager Tobias Abstreiter, der in der vergangenen Saison noch für Straubing auflief, hat dieses Problem ebenfalls erkannt: „Viele Spiele standen auf der Kippe, aber wir haben am Schluss dann doch immer noch einen Weg gefunden zu verlieren. Mit der Zeit stellt sich dann natürlich eine gewisse Frustration ein. Daher ist es gerade im mentalen Bereich nicht so einfach, wieder herauszukommen.“
Ein Erfolgsrezept hat der ehemalige Stürmer allerdings nicht parat: „Da gibt es kein Patentrezept. Von der Einstellung her gibt es der Mannschaft nichts vorzuwerfen. Wir haben ja auch immer viele Chancen. Es liegt vielmehr an den Kleinigkeiten. Wir brauchen einfach ein wenig mehr Glück im Abschluss und mal eine Serie von zwei, drei Siegen hintereinander.“ In der Tat liegt das Problem der Panther in erster Linie in der Offensive, nur Tabellenschlusslicht Duisburg kann derzeit noch weniger Tore verbuchen.
Die Folge: Ingolstadt verlor bisher acht Mal mit nur einem Tor Unterschied – zuletzt am vergangenen Dienstag im Derby gegen Nürnberg mit 3:4 nach Verlängerung. Es besteht also durchaus Handlungsbedarf in Bezug auf den Kader, zumal man bereits acht Zähler vom letzten Pre-Playoff-Platz entfernt ist. Abstreiter sieht das genauso: „Natürlich halten wir Augen und Ohren offen. Wenn was zu machen wäre, kann es schon sein, dass wir nochmals auf dem Markt zuschlagen.“
Bleibt zu hoffen, dass die nächste mögliche Spielerverpflichtung nicht ähnlich hohe Wellen schlägt wie zuletzt die Vertragsunterzeichnung von Torhüter Dimitri Pätzold. Zwar haben die Panther mit Jimmy Waite einen der besten Torhüter der Liga, für die kommende Spielzeit sicherte man sich aber bereits die Dienste Pätzolds. Sowohl Fans als auch der seit fünf Jahren in Ingolstadt aktive Waite waren empört und machten ihrem Ärger gegenüber den Verantwortlichen öffentlich Luft. Abstreiter verteidigt allerdings die Personalentscheidung: „Als mit Pätzold ein deutscher Nationaltorhüter auf dem Markt angeboten wurde, haben wir zugegriffen. Wir müssen an die Zukunft denken, da Waite schon 40 Jahre alt ist. Am Besten wäre es, wenn er noch ein weiteres Jahr dabei wäre und wir Pätzold für die Zukunft aufbauen könnten.“
Straubing könnte in dieser rundum schwierigen und angespannten Situation für Ingolstadt daher am Sonntagabend genau zum richtigen Zeitpunkt der Gegner sein, konnten die Panther doch sieben der bisherigen neun Derbys für sich entscheiden. Die letzte Niederlage ist Tigers-Coach Bob Manno noch genau in Erinnerung: „Wir kennen die Mannschaft, da wir ja erst vor zwei Wochen gegen sie gespielt haben. Die Niederlage in Ingolstadt war sehr, sehr unglücklich, da wir eigentlich die deutlich bessere Mannschaft waren und uns den Sieg verdient gehabt hätten. Jetzt wollen wir am Sonntag Revanche!“
ERC Ingolstadt: Waite – Ficenec, Holland, St. Jacques, Rourke, Draxinger, Bakos, Daschner, Martinovic – Ast, Milroy, Seidenberg, Goodall, Nickulas, Hinterstocker, Röthke, Greilinger, Sarault, Brandl, Higgins, Boucher;
Ausfälle: S Michael Waginger (Hexenschuss, Einsatz fraglich); S Matt Keith (Fingerbruch, fällt bis Mitte November aus);
Schiedsrichter: Richard Schütz (Haupt, Holzer).



„Es lief einfach alles für uns“
Mike Bales, Tigers-Goalie
„The wall“ is back: Mit zwei fehlerfreien Auftritten hatte Torhüter Mike Bales am vergangenen Wochenende großen Anteil an den beiden Siegen der Tigers. Vor den letzten beiden Spielen vor der Länderspielpause hat sich das Straubinger Tagblatt mit dem Goalie unterhalten.
Ihr erster Shutout der Saison und zwei Siege - wie wichtig war das vergangene Wochenende?
Mike Bales: „Zu null zu spielen ist für einen Torhüter natürlich immer eine wichtige und besondere Sache. Aber noch wichtiger ist, dass wir am ersten Wochenende zurück in Straubing gleich sechs Punkte geholt haben.“
Was war gegen Hamburg anders als in vielen Spielen zuvor?
Bales: „Es war sehr wichtig, dass wir das erste Tor in diesem Spiel geschossen haben. Wir hatten ja auch in den vergangenen Partien unsere Torchancen, aber der Puck wollte einfach nichts ins Netz gehen. Ich kann es nicht erklären, warum es gegen Hamburg zum Glück endlich klappte. Es lief einfach alles für uns!“
Sie sind dafür bekannt, dass Sie gerne jedes Spiel machen. In dieser Saison durfte nun aber auch schon Backup Markus Janka vier Mal zwischen den Pfosten stehen. Belastet diese Rotation Euer Verhältnis?
Bales: „Zwischen uns gibt es keinen Streit oder ähnliches. Ich bin mit Markus befreundet und er soll ruhig auch ein paar Spiele machen. Es stimmt natürlich, dass ich am liebsten in jedem Spiel auf dem Eis stehe, aber er braucht auch Spielpraxis. Letztlich kommt es doch den Tigers zu Gute, wenn beide Torhüter jederzeit einsatzbereit sind.“
Was ist vom Heimspiel am Sonntag gegen Ingolstadt zu erwarten?
Bales: „„Ingolstadt bekommt wenig Gegentore, schießt aber im Vergleich zu den anderen Mannschaften auch wenig Tore. Aber sie spielen sehr diszipliniert, wir müssen also höllisch aufpassen.“
Reden wir noch kurz über die Zukunft. Sie sind mit mittlerweile 37 Jahren in einem Alter, in dem man sich sicher manchmal auch Gedanken über das Karriereende macht?
Bales: „Ich bin nicht 37 Jahre alt, sondern 37 Jahre jung! Außerdem bin ich gut in Form und es macht immer noch wahnsinnig viel Spaß. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und noch ein paar Jahre spielen kann.“
Interview: Michaela Retzer

 
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